FULMINANTE WASSERMASSEN

Das Wacken Open Air 2017 – Ist der erhöhte Preis gerechtfertigt und wird es noch Matsch geben?

Ja, ja, das alte Lied… ! „Wacken hat mal wieder die Preise erhöht und das wegen dem ganzen Brimbamborium um das Festival herum, wer interessiert sich da überhaupt noch für die Bands?“ So, oder so ähnlich schallte es aus den Kritikerkehlen derer, die dem Wacken Open Air schon seit Jahren fernbleiben, auch weil immer mehr „Touris“ nach Wacken pilgern und der wahre Metalfan solche Großveranstaltungen zu meiden habe. Wie sah das nun aber 2017 aus?

Bünne und meine Wenigkeit hatten das Vergnügen dem 28. W:O:A beizuwohnen und werden auf den folgenden Seiten vom größten Heavy Metal Festival der Welt berichten. Ich, alias Marky („ma“) fange mal damit an, zumal Bünne („bü“) erst zum Donnertag ins Festivalgeschehen eingriff.

Dienstag, 01. August - Anreisetag
Da ich das Angebot der Veranstalter, schon ab Montag kostenlos anreisen zu können, wahrnehmen wollte, charterten ich und zwei Arbeitskollegen – Carsten und Christian - unsere fahrbaren Pennplätze auf Dienstagvormittag. Früher war es leider nicht möglich, wegen Fuck Urlaubszeit, und traten unsere Pilgerfahrt zum heiligen Metalacker in Wacken an. Das ist jedes Mal das reinste Vergnügen, weil in Richtung Wacken sich die Fahrzeuge mit dem gleichen Ziel mehren und es zu den ersten lustigen Kontakten kommt. Darüber hinaus war ich in diesem Jahr mit einem speziellen Soundtrack für unsere knapp fünfstündige Anreise perfekt ausgerüstet. 90 Songs von 90 Bands , welche in diesem Jahr in Wacken auftreten werden. Einfach geil und beste Stimmung, nur das erste Bier musste noch warten.

Es gab noch eine weitere Spezialität bei der Anfahrt. Ein Kumpel-Pärchen (Katrin und Peter) aus Süddeutschland trat ihre Fahrt schon in der Nacht zum Dienstag an und wartete auf uns auf einem Rasthof kurz vor Wacken. Alle fünf beisammen, enterten wird lauthals schreiend mit „Waaaaackkööönnnn“ dann zum Dienstagnachmittag hin endlich das gelobte Land, nur um gleich persönlich das erste Ärgernis beim W:O:A 2017 zu erleben. Noch glücklich über eine relativ überschaubare Warteschlange vor der VIP-Akkreditierung, musste ich dann, bei den Servicekräften angekommen, realisieren, dass ich noch zu früh dran war, weil Presse Akkreditierung erst ab Mittwochmorgen um 8 Uhr beginnt! Häää??!! Was soll das denn? Eine frühere Anreise war die Jahre zuvor noch nie ein Thema und es wurde auch nicht selektiert zwischen VIP´s, Presse und weiteren „halbwichtigen“ Leuten. Offensichtlich konnten jedoch alle anderen „Halbwichtigen“ früher rein, nur die liebe „halbwichtige“ Presse nicht! Das hat mich schon sehr genervt, gerade in diesem Jahr, wo alle Besucher früher kostenlos Anreisen dürften? Was soll das? Wie ist das begründet?

Der Rest der Anreise hat dafür super geklappt, wir sind auf unserem Wunschplatz „K“ gelandet ohne größere Wartezeit und hatten auch nette Nachbarn aus Niederbayern – Servus! Nach dem Aufbau, besorgten sich die anderen Vier noch ihre Bändchen, was erstaunlich schnell ging. Wir tranken noch einige kalte Biere und bekömmliche Schnäpschen, weshalb dann nicht mehr viel passierte.

Mittwoch, 02. August – Erster, noch immer inoffizieller, Festivaltag

Den ersten Rausch gut ausgeschlafen, genoss man bei einer herrlichen frischen Wacken-Brise schon das erste Bier, nach einem Frühstückradler zuvor. Da ich ja nun noch mein Presse-Bändchen besorgen musste, was einen 2-km Marsch über das Wackendorf zur VIP Akkreditierung bedeutete, nahmen das meine Begleitungen zum Anlass, mal das Wackendorf kennenzulernen, weil alle vier sich zum ersten Mal in Wacken befanden. Das Wackendorf hat sich kaum verändert. Es ist immer noch erstaunlich und schlichtweg faszinierend, wie sich das ganze Dorf auf das W:O:A einstellt und voll mitschwingt. Überall freudige Gesichter und Trinkmöglichkeiten, Türklinke an Türklinke. Da mal eine Kneipentour zu machen… wollte gerne wissen wer danach noch stehen kann? Doch mich traf erstmal erneut der Schlag, als ich am VIP Akkreditierungscontainer ankam und eine ellenlange Warteschlange sah – geschätzte Wartezeit 90 Minuten! Was mich das ankotzte… Die anderen hatten derweil schon zu Mittag gegessen und natürlich eine gute Zeit im Landgasthof „Zur Post“ verbracht, mit dem ein oder anderen Bier.

Nachdem ich den Ärger runter gespült hatte, standen auch schon die ersten Konzerte an. Auf der Beergarden Stage wurde bereits am Mittwoch gespielt und da interessierte mich als erste Band die deutschen Iren von The O´Reillys And The Paddyhats. Mit ihrem punkrockigen Irish Rock verbreiteten sie schon mal ordentlich Stimmung und viele Anwesende sangen lautstark gewisse Textzeilen mit. Definitiv Daumen hoch. Wer auf Irish Rock Sound steht, sollte unbedingt mal ein Ohr riskieren.

Wenn man schon mal im Beergarden ist, dann kann man sich auch mal wieder die Wacken Firefighters reinziehen. Die örtliche Feuerwehr Blaskapelle von Wacken, zählt schon lange zu einer der Attraktionen auf dem W:O:A und wird mittlerweile von viele Metal Festival kopiert. Man kann dazu stehen wie mal will, der Sound ist definitiv null Metal, sondern einfach pure Party. Wer erwartet schon mehr von einem Konzert, bei dem zum „Trompetenecho“ lauthals: „Pillermann, Fotze, Pillerman, Fotze, Pillermann, Fotze, Arsch“ gegrölt wird? Die Hinzunahme von zwei weiteren Musikanten, einem Sänger und einem Quetschkommodenspieler, brachte jetzt nicht wesentlich mehr Schwung hinein. Auch ein Medley aus bekannten Metalsongs, stieß mich jetzt nicht vom nichtvorhandenen Hocker. Mal wieder lustig anzuschauen, braucht man aber nicht mehr wirklich!

Um 18 Uhr fand dann, neben der Beergarden Stage, das Treffen der größten Wacken Facebook Group statt, zu denen ich mich auch zähle. Erkenntlich an den speziellen limitieren Shirts, tummelten sich dort gute 200 Leute und tauschten das ein oder andere Wort mit den Gleichgesinnten und man freute sich einfach mal mit dem „Online Stammtisch Veranstalter“ Rainer Quast live anstoßen zu können. Lustiger Event, der mich jedoch die letzten Metal Battle Bands verpassen ließen, wie z. B. Vorbid, eine waschechte Thrash Metal Band aus Norwegen. Der Metal Battle ist eine durchaus gelungene Veranstaltung, die jungen Bands aus allen Herrenländern die Chance gibt, sich mal einem größeren Publikum zu präsentieren und für die ersten fünf winken lukrative Preise und internationale Presse. Dazu aber später noch mehr.

Bis ich es dann mit den Anderen zur Zeltbühne schaffte, fingen gerade Annihilator an zu spielen. Schande über mich, auch weil ich somit Flotsam and Jetsam verpasst hatte. Das ist halt das Los eines großen Festivals, lange Wege und zu viel Ablenkung drum herum. Aber mal Hand auf´s Herz, das war bei mir noch nie anders, selbst bei Festivals mit nur einer Bühne habe ich mir nicht zwingend immer alle Bands reingezogen, man will ja manchmal einfach auch nur das Festival Flair an sich genießen und wo geht das besser als in Wacken?

Aber zurück zu Annihilator, die auf der Headbanger Stage spielten. Ich bin immer noch nicht darüber hinweg, dass Jeff Waters weiterhin selber singt. Er tut das weiß Gott nicht schlecht, die Songs klingen mit ihm jedoch einfach ein bisschen dünner und nicht so dynamisch. Die wichtigsten Hits wurden jedoch gespielt und das Publikum zeigte sich auch dankbar, wenngleich mir und auch Peter z. B. „Fun Palace“ fehlte. Solide Show, mehr aber auch nicht.

Als nächste spielten auf der W:E:T Stage die Boomtown Rats. Ja, richtig gelesen. Sir Bob Geldorf mit seiner Ursprungsband Boomtown Rats und ihrem Megahit „I don´t like Mondays“. Alleine das Mal zu sehen, ob das in Wacken funktioniert, war es Wert die Show anzukucken. Schon vor Showbeginn und zum Intro hörte man immer jemanden derbe „Waaacköön“ schreien. Als der Vorhang fiel, erkannte man Sir Bob Geldorf, der mit „Close as you´ll ever be“ fulminant und recht punkrockig startete und weiterhin zwischendrin die Anwesenden anfeuerte, mit eben diesen „Waaacköön“ Schreien. Natürlich kamen auch gemäßigtere Songs, bei denen der Mastermind jedoch nichts von seinen Qualitäten als Entertainer vermissen ließ. Es gab so ein, zwei Stellen während des Sets, bei denen man merkte, dass die Rats es nicht gewohnt sind vor einem Metal-Publikum zu spielen und Sir Geldorf sich mit ein paar Ansagen recht arrogant gab. Dies war jedoch nur stellenweise spürbar und spätestens bei „I don´t like Mondays“ war der Master auch besänftigt, als das ganze Zelt lauthals mitsang! Erstaunlich wie tolerant die Wacken Metalheads die Show mitfeierten und es waren viele Kuttenträger unter den Anwesenden.

Danach gab es prompt die volle Sludge Metal Breiteseite, den Crowbar brachten nun die Headbangers Stage ordentlich zum wackeln. Zunächst noch mit einem sehr verwaschenen Sound, der sich später auch nur marginal verbesserte, warfen Kirk Windstein und seine Mannen, schon frühzeitig Hits der Marke „High rate extinction“ und „All I had (I gave)“ der Meute zu Fraß vor. Vorteil, die Metalheads waren nun auf Betriebstemperatur. Nachteil, der Rest des Sets, hörte sich etwas schwerfälliger an. Aber dickflüssiges Pfannen-Öl lässt sich nun mal nur schwer verdauen.

Wer jetzt denkt, das war es schon mit der Stilvielfalt eines Wacken Open Airs, der war die letzten 20 Jahre nicht mehr vor Ort. Denn jetzt trat auf der W:E:T Stage der King of Heimatorgel, der one and only Mambo Kurt auf. Diese Zeltshow, zu später Stunde, ist an sich schon das jährliche Highlight seiner Wacken Shows, die sonst „nur“ noch auf der Beergarden Stage stattfinden. Darüber hinaus zelebrierte er an diesen Abend sein 20. Bühnenjubiläum auf einer Wackenbühne und hatte natürlich wieder illustre Stagegäste dabei. Gleich zu Beginn kündigte er seine zwei Hammergirls an, welche zum Ende der Show die Aufgabe hatten, zur Feier des Tages seine Heimorgel zu zertrümmern. Das war jetzt aber keine Neuheit im Set von Mambo Kurt. Lustiger war da schon seine Schnapsfee, die die ersten Reihen mit mehreren Flaschen Schnaps versorgte. Das sorgte auf jeden Fall für viele offene Münder. Seine Songauswahl, aus verorgelten Metalklassikern und vergameboyten Diskoschnulzen, weniger. Zu später Stunde war das aber Wurst, weil für eine gute, ausgelassene Stimmung, war es nun fast egal, was Mambo Kurt spielte. Das Publikum feierte alles ab. Die Zerhackerei der Heimatorgel, zum Sound von „Krawall und Remmidemmit“, markierte dann den Showhöhepunkt und für uns das Ende eines ereignisreichen und äußert abwechslungseichen ersten Festivaltages.

Donnerstag, 03.08. – Oder, wie lange hält der Rasen im Infield, dem Wetter und den anstürmenden Massen stand?

Da sich Bünne noch im Anreisemodus befand enterte meine Delegation als erstes das Infield. Wir wollten pünktlich zu 16 Uhr am Start sein, um Ross The Boss auf der neu genannten Harder Stage zu sehen. Als wir das Infield kurz vor der Show betraten, war kein Rasen mehr zu sehen. Durch ein paar kurze, aber heftige Regenböen am Laufe des Tages, glich das Infield jetzt schon wieder fast dem Schlammpegelstand von 2015. Unsere Gummistiefel zeigten jedenfalls bei der 10 cm Marke den höchsten Schlammpegelstand. Wir waren also auf der sicheren Seite.

Bei Ross The Boss überraschte mich zunächst Sänger Marc Lopes. War das der gleiche Sänger wie vom Rock Hard Festival? Als er mich noch wenig überzeugte und ich dem Wunderkind Mike Cotoia vom Keep It True Festival 2016 noch nachtrauerte? Offensichtlich war es der selber Sänger und er machte heute wirklich eine sehr gute stimmliche Figur. Alleine schon der Opener „Blood of the kings“ überzeugte mich und spätestens bei den ungeahnt sanglichen Höhen von „Blood of my enemies“ war ich sicher, der Mann kann was. Die True Metal Show auf Wacken endete – natürlich – mit „Hail and kill“! Fett!

Im Anschluss zum Konzert wurde Ross The Boss, alias Ross Friedmann, noch ausgezeichnet mit dem „Global Metal Ambassador Award“ für sein unermüdliches Engagement, den Heavy Metal am Leben zu halten. Er wurde gleichzeitig auch in die „Hall of Heavy Metal History“ aufgenommen, ein Zweig der unkommerziellen DAD Organisation, welche sich der Unterstützung von krebskranken Kindern verschrieben hat. Mehr unter: https://www.thehallofheavymetalhistory.org/

Da wir gut platziert waren zwischen der Faster und Harder Stage, den beiden Hauptbühnen, waren es nur ein paar Schritte weiter nach links, um einen guten Blick auf Europe zu haben, welche im direkten Anschluss auf der Faster Stage spielten. Vor zwei Jahren habe ich sie verpasst, deshalb war es mir heute ein Bedürfnis die 5 Schweden mal wieder Live zu sehen, zumal deren letzten Platten ja alles andere als Weichspüler Scheiben waren. Mit „War of kings“ und „Hole in my pocket“ fand man einen Einstand nach Maß. Es war erstaunlich wieviel Druck, den Europe auf der Bühne rüberbrachte, unterstützt durch eine deftige Lautstärke. Das klang sehr heavy! In dem einstündigen Konzert lag der Schwerpunkt auf der neuen Scheibe „War of kings“ und „Last look at eden“ und den alten Klassiker von „Out of this world“ und natürlich „The final countdown“. Erwartungsgemäß kam auch der gleichnamige Hit als letzter Song des Sets und den kannte wirklich jeder Metalhead, Touri oder was auch immer. Alle sangen lauthals mit. Selbst ich, der diesen Song jahrelang hasste, weil ihn damals auch meine Mutter „nett“ fand. Teufel noch eins, dann waren Europe damals nicht hart genug. Heute aber schon, auch weil sie „Carrie“ nicht gespielt hatten.

Abermals ein paar Schritte nach rechts, galt es nun die alten Herren von Status Quo zu bestaunen. Tragischer Weise verstarb ja im Jahr zuvor Rick Parfitt, der kongeniale Partner von Francis Rossi, dem nun noch einzig verbliebenen Gründungsmitglied. Daher ging ich im Vorfeld eigentlich davon aus, dass die Band ihre Konzerte canceln würde, oder sich gar auflösen würde. Aber nein, Herr Rossi (sucht das Glück?) hatte mit Richie Malone einen neuen Gitarrenpartner gefunden, rund 40 Jahre jünger wie der Chef selbst. Wenn dann noch Keyboarder Andrew Brown zur Gitarre griff, sah das zu Hits wie „Down, down“, „Whatever you want“ oder „Rockin´ all over the world“ natürlich sehr imposant aus. Francis Rossi genoss den Auftritt sichtlich und es war eindrucksvoll mitanzuschauen, wie agil und Entertainer-like er die Show anführte. Auch hier ließ sich der geneigte Headbanger nicht lumpen und sang sogar den poppigen Gassenhauer „In the army now“ mit. Auch hier waren das nicht wenige! Status Quo sind auch kein Heavy Metal, aber ihr schmissiger Rock´n´Roll Sound machte voll Laune und es blieb definitiv kein Bein still stehen.

Während einige Fans abzogen, füllte sich das Infield vor der Faster Stage nun sichtlich mehr, denn jetzt war der erste Headliner des Festivals an der Reihe. Die Solinger Stahlschmiede Accept. Die Band versprach eine spezielle Show und die hatte es auch in sich. Die erste halbe Stunde gab es eine recht normale und moderne Accept Show, mit ein paar Tornillo-Ära Songs und „Restless and wild“. Da am Wackenwochenende auch die neue Platte „The rise of chaos“ das Licht der Vinylwelt erblickte, gab es mit „Die by the sword“ und „Koolaid“, gleich noch zwei neue Songs zu hören, die nicht schlecht waren.

Nach einer rund 15-minütige Umbaupause, konnte man nun das Czech National Symphony Orchestra bestaunen. Immer wieder imposant, aber sicherlich keine neue Idee, zumal U.D.O. in 2015 auch schon mit einem Orchester auftrat und auch den ein oder andern Accept Song mit Orchester spielte. Erst wurden einige klassische Klassiker geboten, die von Wolf Hoffmann und Christopher Williams, als die zunächst einzigen Accept Mitglieder, begleitet wurden. Augenscheinlich hatte die anderen beiden Accept Instrumentalisten Peter Baltes und Uwe Lulis keinen Bock bei dieser Klassikorgie mitzuwirken (oder hat sie Banddiktator Hoffmann nicht mitspielen lassen?). Sie wurden durch zwei andere namenlose Musiker ersetzt. Im Prinzip war es lustig anzusehen und interessant zuzuhören, wie Wolf Hoffmann sich gitarrentechnisch verkünstelte, klassische Hits wie „Scherzo“ oder „Romeo and Juliet“ zu intonieren. Es ist aber halt wirklich nichts neues, klassische Mucke mit einer E-Gitarre zu begleiten.

Anders und eindrucksvoller war das dann zum dritten Teil der „Very special show“. Jetzt waren wieder alle aktuellen Accept Mitglieder an Bord und man bangte sich klassisch durch Accept Klassiker. Fett und sehr passend klang das zu „Princess of the dawn“, „Metal heart“ und der Abrissbirne „Balls to the wall“. Weniger spektakulär zu „Fast as a shark“ oder „Teutonic terror“. Alles in Allem sicher eine spezielle Show. Sensationell fand ich das aber nicht.

Eigentlich hätten jetzt noch Volbeat auf meinem persönlichen Review-Plan gestanden, weil ich mir eine beeindruckende Headliner Show der dänischen Superstars versprach. Mein Kumpel Peter, seines Zeichens Sänger der Newcomer Sirius Curse, hatte jetzt vor, sich bei der Berlinallstarz Live Karaoke um einen Karaoke Sänger Posten zu bewerben. Als wir endlich, durch den Wackenschlamm watend, an der Beergarden Stage ankamen, war es leider schon zu spät für eine Anmeldung. Somit verbrachten Peter, Katrin und ich die Zeit bei einigen Bierchen und lauschten den meist doch sehr überzeugenden Sängerinnen und Sänger, zu so illustren Songs wie „Killing in the name“ oder „Walk“. Das machte uns echt Laune, weshalb es uns nicht mehr zu Volbeat zog.

Dass es im weiteren Verlauf der Nacht noch ordentlich was auf die Ohren gab, erzählt euch nun endlich der Bünne, der mittlerweile angekommen war und schräg ins Geschehen eingrätschte. (ma)

Dem schlechten Wetter geschuldet, tummle ich mich samt Begleitung am Donnerstagabend schwerpunktmäßig im riesigen Zelt, welches die W:E:T – und die Headbangers-Bühne vorhält.

Im Wackener-Metal-Zirkus bin ich natürlich stets auf der Suche nach Authentizität. Was bietet sich da mehr an, als Napalm Death auf der Headbangers-Stage zu besuchen? Richtig – Nichts! 45 Minuten totale Anarchie, Chaos und geile Deathmetal/Grindcore-Nummern. Barney ist topfit, hüpft und springt wie ein Berserker und auch der Rest der nicht mehr ganz taufrischen Besatzung läuft zur Höchstform auf. Da soll mir noch mal so`n Blackmetal-Jungspund was von antikosmischen Chaostheorien erzählen- wer hier den Moshpit überlebt, kann Metal!!! Absolute Abrissbirnen: „Nazi Punks Fuck Off“, „Suffer The Children“ und „Siege Of Power“. Whow- jetzt erstmal wieder zugunsten der Bandscheibe viel Flüssigkeit nachtanken.

Als langjähriger Fan der amerikanischen Todesblei-Frickler Nile war ich zutiefst von der Trennung von Fronter Dallas Toler-Wade enttäuscht. Wenngleich mit Neuzugang Brian Kingsland ein überaus talentierter Ersatzmann gefunden wurde, muss ich aber gestehen, dass Nile für mich aktuell eher wie ein Sammelsurium brillanter Musiker wirken – denn als richtige Band. Spiel- und soundtechnisch ist natürlich alles erste Sahne, Karl Sanders versucht die Lücke in der Frontreihe zu schließen (was ihm insbesondere in Hinblick auf die Körperfülle immer besser gelingt) und es erfreut zudem sehr, dass die Setlist seit der letzten Tour nochmals angepasst wurde. Somit kommen alle Anwesenden endlich mal wieder in den Genuss von Über-Songs wie „Unas-The Slayer Of The Gods“ oder „Kheftiu Asar Butchiu“. Alles gut, but only sadness remains...

Von hier bis zur W:E:T-Stage sind`s ja Gott sei Dank nur ein paar Schritte. Fairerweise sei gesagt, dass ich kein Black Metal Fan bin und dass mir alles, was gaaaanz true und böse ist, gehörig am Hintern vorbeigeht. Da vor mir aber plötzlich Mayhem die Bühne betreten und offenbar planen, ihr (ok)kultigstes Werk „De Mysteriis Dom Sathanas“ in voller Länge darzubieten, schnappe ich mir schnell ein Bier und höre mir mal an, was der hohe Norden heute zu meiner guten Laune beizutragen hat. Das mich die albernen Kapuzen-Anzüge komplett an die „Scream-Reihe“ erinnern, lasse ich nun mal aus. Der Sound ist auch hier super, der Snare-Sound ist aus meiner Sicht der beste des ganzen Festivals. Man mag mir unterstellen, dass ich die Musik nicht verstehe. Aber solch ein Album lebt von der Stimmung und der Atmosphäre. Das passt nicht zu Wacken. Da passen auch kein glasklarer Sound und keine billigen Gimmicks. Die Songs sind bewusst monoton gehalten, wirken auf mich aber nur langweilig. Hier höre ich gerade einen Klassiker? (bü)

Freitag, 04.08. – Wer spät ins Bett geht, kann auch früh aufstehen!

12 Uhr Possessed auf der Faster Stage? Vergiss es! Nicht zu schaffen, so kurz nach dem Aufstehen. Mit ach und krach schleppte ich mich zu Stinger, einer AC/DC Cover Band, welche zu 13 Uhr schon auf der Beergarden Stage spielen sollten, das war nicht so weit vom Zeltplatz. Früher dran war da schon Bünne mit Memoriam um 11 Uhr. Respekt! (ma)

Memoriam ist für mich ein Band, gegenüber der ich mich leider immer unfair verhalte: Zu groß war meine Erwartungshaltung, eine perfekte Symbiose aus Bolt Thrower und Benediction erleben zu dürfen. Dieses war aber nie das erklärte Ziel der Herren Willetts und Healy. Im Gegenteil: Gerade die Abgrenzung von den beiden übermächtigen Hauptbands macht Memoriam interessant. Die Truppe wirkt heute zudem gut eingespielt, gut gelaunt und verpasst den Songs live noch deutlich mehr Dampf und Würze als auf CD. Eine gute und grundsolide Darbietung. (bü)

Stinger gibt es erst seit 2016 und die Band um Ausnahmegitarrist Matthew Sting zelebriert die Bon Scott Ära von AC/DC so echt, dass man sich nach 1975 zurück gesetzt fühlte, als Platten wie „High Voltage“ und „TNT“ noch brandneu und siedend heiße Ware waren. Mit Sänger Martin "Schaffi " Schaffrath haben sie eine waschechte Bon Scott Kopie mit an Bord (oder war es Mattheo Giovannone?). Aber Stinger als bloße AC/DC Cover Band abzutun wäre jetzt unfair. Wer die frühe Phase von AC/DC vergöttert muss in die Debütscheibe „Disadvantaged“ von Stinger reinhören. Eigene Songs, wie sie nicht besser von den alten AC/DC geschrieben werden hätten können. Diese mischten Stinger Live auch unter so Granaten wie „Live Wire“ und „It´s a long way to the top (if you wanna rock´n´roll)”. (ma)

Vielleicht sind Clawfinger nicht jedermanns Sache, auch ich höre ihre Scheiben nur relativ selten. Ich habe aber schon mehrfach erlebt, wie die sympathischen Skandinavier live alles in Grund und Boden legen und allen anderen Vor- oder Nachbands die Messlatte direkt an die Stirn tackern. Im knallbunten Ralph-Morgenstern-Gedächtnis-Anzug betritt Sänger Zak Tell (übrigens in der Bauchregion deutlich runder geworden) zusammen mit seinen Kollegen die Bühne und brennt sogleich ein 45-minütiges Hit-Feuerwerk ab. Der zwischenzeitliche Versuch, aufkommende Regenwolken durch gehobenen Mittelfinger zum Weiterziehen zu animieren, muss allerdings als misslungen erachtet werden: Ab dem zweiten Song schüttet es mal wieder wie aus Eimern! Dieses tut der guten Stimmung am Freitagmittag keinen Abbruch und Clawfinger geben zudem einen neuen Song zum Besten. Nach Hits wie „The Truth“, „Nigger“ oder dem endgeilen „Do what I Say“ ist die Party dann auch schon wieder vorbei. Cooler Gig! (bü)

Nach dem Schlendern über den Metal Market, um neue Gummistiefel zu kaufen und dem ausprobieren von diversen internationalen Getränken über den Zeltplatz verteilt, landeten wir zum Abend auf dem Wackinger Gelände. Dort spielten gerade Versengold auf der Wackinger Stage, die als entspannter Zeitvertreib ganz nett anzuhören waren. Diese Art von Folk Rock war mir aber zu dröge, weshalb ich ins Zelt wechselte, zu good clean Thrash Metal. Dort spielten gerade noch The Dillinger Escape Plan ihre letzten Songs, die sich im Gegensatz von Versengold nun wie ein musikalisches Gewitter anhörten. Trotz dem Umstand der letzten Konzerttour vor der Auflösung der Band, hauten mich ihre Songs heute jedoch nicht vom Hocker. (ma)

Gibt es eigentlich irgendeinen Metal-Fan auf der ganzen Welt, der Sacred Reich nicht hammergeil findet? Hat irgendjemand diese grandiose Truppe schon mal unmotiviert, überheblich oder gar arrogant erlebt? Der dritte Auftritt beim W:O:A findet nun auf der Zeltbühne statt, was aus meiner Sicht für die Stimmung sogar noch besser ist. Spitzenmäßiger Sound, geile Performance und von der Zeltdecke tropfender Schweiß - es wird gemosht, gepogt und Haare rotieren wie Hubschrauber. Wer sein Set mit einem Song wie „Ignorance“ beginnen kann, braucht sich um gute Stimmung keine Sorgen zu machen, doch spätestens bei der We-Will-Rock-You- Gedächtnis Hymne „Crimes against Humanity“ kippt diese fast über. „Independence“ und „Surf Nicaragua“ zum Schluss noch obendrauf, der Krankenwagen darf mich abholen, goil... (bü)

Nach dem Oldschool Thrash Metal gab es nun wieder nebenan auf der W:E:T Stage meine Favoriten Fates Warning zu sehen. Ich verweise hier mal auf meinen ausführlicheren Bericht vom Fates Warning Konzert in Berlin, im Juni dieses Jahres. Die Setlist war gegenüber dem Berliner Konzert um gute 20 Minuten kürzer, trotzdem waren die wichtigsten neuzeitlichen Hits mit dabei und natürlich wieder kein Song aus der John Arch Ära. Der Sound der Show war weitestgehend differenziert und es machte einfach wieder tierischen Spaß diesen filigranen Technikern zu lauschen und zuzuschauen. Erstaunlicherweise war weniger los, als noch zuvor bei Sacred Reich. Das zeugt leider vom weiter anhaltenden Underground Act Status von Fates Warning, was ich nicht verstehe, ihr Banausen!

Ähnlich anspruchsvoll ging es nun weiter auf der Harder Stage. Megadeth haben mit „Dystopia“ wieder eine sehr starke Scheibe rausgebracht, die mein Interesse für das heutige Konzert wieder weckte, nachdem ich sie bei ihrer letzten Wacken Show in 2014 nicht so knorke empfand. Heute gab es gleich ganze sechs Songs von der neue Scheibe zu hören, untermalt von abwechselnden Filmsequenzen auf der großen Backdrop Videoleinwand. Den besonderen Reiz machte heute auch Kiko Loureiro aus, der seinen hochrangigen Vorgängern an der Gitarre in nichts nach stand. Selbst der Meister Dave Mustaine schien heute gut aufgelegt zu sein und wirkte sehr souverän. Das Headlinder Set von rund 75 Minuten war kompakt, spielerisch brillant und machte vor allem richtig Laune. Unerwartet gut und ein Highlight des diesjährigen Wackens, im Gegensatz zum nächsten Konzert! (ma)

Wenn man auf dem Weg zum Turbonegro-Auftritt in bierseliger Laune völlig unerwartet auf alte Freunde trifft, betet man natürlich sofort, dass diese den gleichen Weg einschlagen. Aber nichts da – Marylin Manson steht auf deren Programm, Fuck! Nun denn - gucke ich mir mal an, was der Antichrist Superstar so zu bieten hat. Zunächst einmal fällt mir die unglaublich gute Laune des Bösewichts auf. Der hat ja scheinbar mehr getankt als ich! Nun denn, das meiste kommt ja eh vom Band. Die Show ist ok, die meisten Lieder sogar mir bekannt, der Unterhaltungswert meiner alten Freunde – mit denen ich mittlerweile wieder an der nächstgelegenen Biertheke stehe - ist allerdings wesentlich höher (der von Turbonegro zwei Bühnen weiter sicherlich auch...)(bü)

Tja lieber Bünne, ich verschwand nach drei Songs vom ollen Hühnerschreck Manson und rannte förmlich rüber zur Louder Stage, auf der parallel Turbonegro spielten. Ich hatte sie schon lange nicht mehr gesehen. Zu schwachbrüstig fand ich die letzten Releases und nach dem Abgang von Hank von Helvete, war ich doch stark am Zweifeln, ob Turbonegro das unbeschadet überstehen würden. Aber die Vorzeige Deathpunks straften eine Lügen und rockten das Heer von Turbojugend Anhängern, inklusive mir, so richtig durch. Hier war Party, hier war Entertainment. Wenngleich Turbonegro in einem kleinen schwitzenden Club mehr rocken, war der restliche Gig den ich noch mitbekam mehr als amtlich. Mir gefiel auch sehr gut der neue Sänger Tony Sylvester, der Turbonegro wieder einen ordentlichen Arschritt verpasste. Meine Erkenntnis des heutigen Tages. (ma)

Samstag, 05.08. – Fulminantes Ende des 28. W:O:A und Ausblick nach 2018

Schon gestern regnete es kaum noch und der Matsch im Infield wurde schon wieder trittfester, zum Leidwesen unserer Oberschenkel. Ja man konnte größtenteils wieder auf befestigten Ackerboden laufen. Auf ins Geschehen. (ma)

Das Sepultura seit geraumer Zeit an der eigenen Komplett-Demontage arbeiten ist ja bekannt, aber auch die Herren Max und Iggor Cavalera können mit ihren musikalischen Veröffentlichungen der letzten Jahre kaum punkten. Da war es ja zu erwarten, dass früher oder später auf alte Sepultura-Songs zurückgegriffen werden musste. Aber gleich ein ganzes Album? Und dann noch „Roots“? Jetzt mal Butter bei die Fische – das Album ist totaler Mist! Natürlich mit Ausnahme des genialen Title-Tracks, aber sonst ist da doch definitiv kein einziger Song drauf, den sich selbst ein Die-Hard-Fan live wünschen würde. Nun gut, nach vierzig Minuten gähnender Langeweile ist diese völlig überflüssige Darbietung dann zu Ende und alle warten auf die Zugabe. Jetzt wird`s richtig peinlich: Ein völlig verhunztes Medley aus „Beneath the Remains“, „Desperate Cry“ und „Orgasmatron“ (Warum spielen die nicht einfach einen dieser drei genialen Songs komplett durch? Wahrscheinlich weil sie`s nicht mehr können...) Dann wird`s kurios: Nach „Orgasmatron“ stimmt Max ein Loblied auf Lemmy an und ehrt diesen als Godfather of Rock`n`Roll. Dann gibt`s ne Coverversion von „Ace of Spades“ - hat Max vergessen, dass „Orgasmatron“ auch von Motörhead stammt??? Das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss: Und das ist heute eine Thrash-Version (!!!) von „Roots“. Abhaken! (bü)

Mich zog es heute mal wieder zur Wacken Pressekonferenz. Zum Einem war ich an ein paar Zahlen zur diesjährigen Veranstaltung interessiert. Zum anderen werden hier auch immer die ersten Acts für das nächste W:O:A präsentiert. Bevor die Pressekonferenz losging, schlenderte ich noch durch die VIP Area und wenn traf ich da – die Kollegin Franzi, zusammen mit ihren Sidekicks von Wolfchant. Es wurde sich ordentlich begrüßt und natürlich ein Bier getrunken und zwar aus der Flasche! Wolfchant sind echt nette Jungs, Cheers!

Im Pressezelt wurden dann zunächst die ersten fünf Preisträger des Wacken Metal Battle 2017 prämiert. Während sich die Bands von Platz 5 bis 2 schon sehr freuten über ihre jeweilige Platzierung, kamen die Jungs der erstplatzierten Band, Jet Jaguar aus Mexico, aus den Jubeln und Schreien gar nicht mehr raus. Platz 2 ging an E-An-Na aus Rumänien, Platz 3 an Inferum aus Holland, Platz 4 an Une Misere aus Island und über Platz 5 freuten sich Stengah aus Frankrein – Gratulation von Zephrys Odem und wir sind gespannt, von wem wir noch mehr hören werden.

Anschließend, nach dem sich alle wieder beruhigt hatten, gab jeder Vertreter eines gesonderten Organisationsbereichs ein Statement zum bisherigen Verlauf des W:O:A ab. Von den Veranstaltern und dem Sicherheitschef wurde die gelungene Neuerung zur Infrastruktur hervorgehoben, sowie die neuverlegte Bierpipeline, die bisher noch nicht illegal angezapft wurde (Gute Idee!). Ihrer Ansicht nach hat sich auch die Ausdehnung der Anreisetage bewährt, zur Entspannung der Anreisestaus. Der Rest: Polizei, Feuerwehr, Rotes Kreuz und das Ordnungsamt, zollten dem W:O:A, sowie deren Besucher, mal wieder höchsten Respekt. Es gab nur schwindend geringe polizeiliche Vorfälle, bzw. nur die üblichen Verletzungen. Die Kollegen der Polizei würden sich jetzt schon wieder darum schlagen, wer im nächsten Jahr Dienst schieben darf auf dem W:O:A. So friedlich und freudig sei die Arbeite der Polizei selten, so der Polizeichef.

Dann ein erneuter Break. Es gab ein kurzes Filmchen zum diesjährigen W:O:A. Eine Zusammenstellung von zugesandtem Wacken-Besucher Material, aus rund 80 verschiedenen Ländern. Dabei so Exoten wie z. B. Belize, oder Indonesien. Es ist weiterhin erstaunlich welche Anziehungskraft das Wacken Open Air über die ganze Erde hat. Nicht verwunderlich das ein Thomas Jensen dadurch einen Vergleich zur UN zog, indem er sagte: „Das W:O:A sei die „Vereinten Nation des Heavy Metal“. Nicht ganz unwahr!

Demgegenüber ernüchternd waren die ersten Ankündigungen für das W:O:A für 2018. Mit dabei sind so „Metalbotschafter“ wie Doro, mit einer Special Show und Running Wild mit einer größeren Show als 2009. Doro und Rock´n´Rolf waren selbst anwesend, um diese News zu verbreiten. Des Weiteren standen schon fest: Nightwish, Knorkator, In Extremo, Dirkschneider, Arch Enemy, Watain, Deserted Fear, Firewind, Amophis, Bannkreis, Belphegor, Epica und Sepultura.

Na, springt ihr schon im Dreieck? Ich (noch) nicht. Es bleibt erst mal alles beim Alten, keine großen Namen für das größte Heavy Metal Festival der Welt – einfach (weiterhin) traurig! Aber vielleicht wird das ja noch! Zumindest verbreitete zum Abschluss der Pressekonferenz noch Alt-Meister und Ehren-Botschafter Alice Cooper gute Laune mit einer Spende an die Wacken Foundation und stellte noch sein erstes Video zur neuen Platte „Paranormal“ vor.

Es könnte keine bessere Überleitung zum nächsten Konzert geben. Denn zum noch jungen Abend war nun Alice Cooper auf der Harder Stage zu bestaunen. Wie es sich für einen Altmeister gehört, hatte er wieder eine geile „Backing Band“ aufgefahren. Ganze drei Gitarristen duellierten sich um das beste Posing und Solo. Blickfang hier war vor allem Nita Strauss, die nicht nur mit ihrem Aussehen die Kollegen ausstach, sondern auch ein feines Händchen an der Gitarre bewies bei ihrem Solo. Natürlich gab es wieder allerlei Klamauk zu sehen. Mittlerweile eigentlich nicht mehr vorstellbar, dass gewisse Showteile in den 70er noch schockten. Heute wirkte es eher lustig und unterhaltsam, so wie auch eigentlich Eddie von Iron Maiden. Beide Showbestandteile wären bei den jeweiligen Bands jedoch nicht mehr wegzudenken. Geschmückt wurde das Programm von Alice Cooper noch mit den Evergreens „No more Mr. Nice Guy“, „Poison“ und natürlich „I´m eighteen“ und „School´s out“. Da kann nichts schief gehen. Alice himself sprach zum Abschluss seiner Show noch ein paar honorierende Worte über Lemmy und natürlich musste dann noch ein Song von Motörhead kommen, der da „Ace of spades“ hieß. Nicht gesungen von Alice, sondern vom Bassisten Chuck Garric. Ein gutes Konzert des Maestros, der immer noch zu unterhalten weiß in seinem hohen Alter!

Danach war Gänsehaut angesagt. Auch Thomas Jensen hielt noch eine Ansprache zu Lemmy und wie sehr verbunden Wacken mit Lemmy ist: „There´s is no Wacken, without Lemmy“! Er bat darum im Folgenden den Song „Heroes“ von David Bowie, gecovert von Motörhead, laut mitzusingen. Es wurde eine Karaoke Version dieses Songs über die Videoleinwände gezeigt und die Meute sang nicht laut, aber mit vollem Herzen mit. Diese Aufnahme soll die Wacken Hymne für das W:O:A 2018 werden. Chapeau, ich war dabei und sang mit!

Für mich und meine Begleiter stand nun das letzte Konzert des diesjährigen W:O:A´s an. Wir hatten vor, dem Abreiseansturm am Sonntagmorgen zu entfliehen und wollten nach der Amon Amarth Show abhauen, wohlwissend, dass Kollege Bünne, dem regulären Ausklang des Festivals noch beiwohnen wird.

Amon Amarth spielten ihr Headlinerset von rund 75 Minuten auf der Faster Stage. Sie hatten die Bühnendekoration ihrer noch laufenden Tour zum „Jomsviking“ Album dabei. Der Große Wikingerhelm als Drumpodest und hier und da mal ein paar Wikinger, welche die Bühnenshow vervollständigten. Es ist schön mitanzusehen, wie die Massen zu den einzelnen Hits mitgingen und mitsangen. Ob vier Songs von der neuen Platte, inklusive einem Auftritt von Doro Pesch, zu „A dream that cannot be“. Oder so Smasher wie „Death by fire“ oder „The pursuit of vikings”, welches schon als ältestes Material von Amon Amarth gewertet werden musste bei der heutigen Show. Dem Wacken Publikum war das Wurst und sie machten den Auftritt von Amon Amarth zu einer weiteren erfolgreichen Wikingerschlacht. Geiler und imposanter Abschluss meines Abends in Wacken.

Schöne „Randerscheinung“ für mich, während des Gigs von Amon Amarth traf ich doch tatsächlich noch ein paar Freunde aus Bremen, die hiermit herzlichst gegrüßt sein wollen! Tschüß Wacken und weiter geht´s mit Bünne. (ma)

Als Die-Hard-Maiden-Fan war ich von der ersten Solo-Scheibe des Maiden-Mainmans Steve Harris sehr enttäuscht. Und dennoch: Auf keinen Fall wollte ich mir die Chance entgehen lassen, Mr. Harris aus erster Reihe – quasi hautnah - erleben zu dürfen und natürlich den Songs unter Live-Bedingungen eine zweite Chance geben zu dürfen. Man mag mir Befangenheit vorwerfen, aber ich habe es noch nie erlebt, dass Songs, die bei mir auf CD einfach nicht zünden wollen, mich live derart weggeblasen haben! Die Band wirkt super eingespielt – und das obwohl Steve gerade erst die Maiden-Welttournee beendet hat. Letztgenannter wirkt zudem sehr bodenständig und sympathisch, lässt seinen Bandkollegen oftmals den Vorrang, ackert sich aber trotzdem sehr agil und songdienlich durch den einstündigen Gig. Die Band wirkt frisch und motiviert, der Sound ist klasse, lediglich Sänger Richard Taylor wirkt teilweise etwas zu schüchtern (was die geniale Gesangsdarbietung aber nicht schmälert!). Neben den Songs vom Debut gab`s zudem zwei Songs, die meine Vorfreude auf das nächste Album nun doch erheblich ansteigen lassen. Geiles Konzert!

Nach einem kurzen Intro („El Condor Pasa“ von Simon & Garfunkel – wie passend) stürmen Tankard mit „Zombie Attack“ auf die Bühne – und zwar wie gewohnt in bester Partystimmung. Gerre hüpft und kreischt munter wie nach geglückter Frischzellenkur, der Rest der Band wirkt ähnlich motiviert und gut gelaunt – wenn da im Backstage-bereich man nicht ein paar Bierchen vergossen wurden. Vom neuen überragenden Album wird leider nur der Titeltrack gespielt, was sicherlich der insgesamt kurzen Spielzeit am Samstagabend geschuldet ist. Zum Schluss werden mit „Chemical Invasion“ und „Empty Tankard“ noch zwei Oberkracher dargeboten – was will man mehr?

Ich finde es schon beachtlich, wie sich Kreator im Laufe Ihrer Karriere hochgeschuftet haben. Die aktuelle überaus erfolgreiche Headliner-Tour und schlussendlich der Headliner-Auftritt beim W:O:A untermauern den Status der Ruhrpott-Thrasher eindrucksvoll. Wenngleich die Festivalbesucher nach drei Tagen Party, Schlamm und Metal sichtlich in den Seilen hängen, heizen Kreator bei erneut einsetzendem Starkregen nochmals kräftig ein: Ein nahezu perfektes Set aus alten und neuen Hits, geiler Lichtshow, Pyros und allem, was zu einem würdigen Headliner-Auftritt gehört. Die Songs des neuen Albums reihen sich nahtlos in die Liste der Evergreens ein und zu der Professionalität, mit der Kreator aktuell agieren, muss kaum noch was gesagt werden. Eine Sache nervt mich jedoch heute genauso wie bereits auf der aktuellen Tournee: Im Song „Fallen Brother“ werden Fotos verstorbener Künstler aufgeführt. Für mich – das darf man gerne anders sehen – sind George Michael, Amy Winehouse, Prince, etc... keine gefallenen Brüder (oder Schwestern)! Bei aller Anerkennung für ihre Leistungen im Pop-Sektor – wäre Mille vor 10 Jahren tot von der Bühne gekippt, wäre es keinem dieser „Brothers“ auch nur aufgefallen. Metal ist auch Rebellion gegen die Musik der Masse, da sollten Kreator mal die Kirche im Dorf lassen...(bü)

Fazit Marky:

Zugegebenermaßen, auch ich war überrascht, als zum einem die 200,- Euro Marke für das 2017er W:O:A überstiegen wurde und vor allem auch dann, als das Festival nicht binnen 48 Stunden wieder ausverkauft war (mehr zu diesem Umstand könnt ihr in meinem Vorbericht zum 2017er W:O:A lesen!). Vor Ort schien jedoch wieder alles beim Alten und trotz nicht so starker Regengüsse wie 2015, war nach ein paar Schauern, wieder annähernd das gleich Matsch Szenario wie vor zwei Jahren. Ja, der Matsch gehört zu Wacken dazu, wie auch das ganze Nicht-Metallische Drumherum. Darum lieben die verbliebenen Wackengänger ihr Wacken und ich gehöre auch dazu. Auf keinem Festival, ob groß oder klein, gibt es auch nur annährend das (internationale) Flair, dass das W:O:A zu bieten hat und natürlich auch das Wacken Dorf. Love or hate it - Ich lieb´s!

Wieder mal konnte ich nicht alle Bands sehen, die ich mir vorgenommen hatte, trotzdem gab es wieder ein paar eindrucksvolle Gigs, wie Status Quo, oder die Boomtown Rats. Nie würde ich auf ein einzelnes Konzert dieser Bands gehen. Auf Wacken nimmt man das mit und hat Spaß dabei. Beeindruckt haben mich vor allem Megadeth und Amon Amarth, auch wegen der geilen Zuschauerkulisse. Geil abgegangen bin ich bei Sacred Reich und Fates Warning. Überrascht war ich von Stinger und (wieder) Turbonegro. Verpasst hatte ich Possessed, Flotsam und Jetsam, sowie Prong.

Meine Wünsche für 2018: Bitte macht die VIP Akkreditierung wieder früher auf, das war echt ätzend und unnötig am Mittwoch stundenlang anzustehen dafür! Lasst bitte auch die Investitionen in den Boden im Infield. Acker bleibt Acker. Holte dafür lieber mal eine große Band wie Metallica, Slipknot oder präsentiert die Reunion von Sepultura mit den Cavaleras und sie spielen nur Songs von „Beneath the Remains“, „Arise“ und „Chaos A.D.“. das wäre mal speziell! Ach und dann bitte noch Rush! Cheers an Katrin, Peter, Carsten und Christian, es hat gerockt mit euch!!! Cheers und Hallo an Maik Pennekamp von Craneo Metal (Wann kann ich mal deine Bilder sehen?!). Bis im nächsten Jahr! Marky

Fazit Bünne:

Das 28. Wacken Open Air – und mein persönlich 16. – hat mir mal wieder insgesamt sehr viel Spaß gemacht. Es wurde viel getrunken und gelacht, ich habe zahlreiche alte Freunde getroffen und wirklich sehr viele gute Konzerte gesehen. Auf die übliche Kritik der permanenten Wacken-Nörgler gehe ich nicht weiter ein - bleibt doch einfach zu Hause!

Die groß angekündigten Investitionen hätten sich die Herren Hübner und Jensen aus meiner Sicht allerdings schenken können: Was nützt ein Infield-Drainage-System, wenn man nicht weiß, wohin anschließend mit den ganzen Wassermassen? Was nützt eine Bier-Pipeline, wenn am Ende (immer noch) die InBev-Plörre Beck`s rauskommt?

In der Hierachie der Wacken-Gäste stehen die Pressevertreter scheinbar irgendwo zwischen Ratten und Küchenschaben. Das Fotoband berechtigt den Durchschnittsschreiber nicht mal mehr zum Betreten des Fotograbens und scheinbar darf jeder Halbwichtige jede Abkürzung nehmen - nur die Presse-VIP´s nicht. Dankeschön dafür!

Die Wacken-Veranstalter haben es mal wieder geschafft, das Festival als solches zum Headliner zu machen. Es wird mehr Wacken-Merch als Band-Merch verkauft, permanente Wackön-Rufe nerven mich persönlich tierisch und oftmals scheinen sich die Anwesenden mehr mit dem Event als mit den Bands zu identifizieren. Nun denn, ist halt so in Wacken. Das Positive hat aber überwogen und im nächsten Jahr fahre ich wieder hin – ob das nun true oder untrue sein mag, ist mir Latte…

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