Marky nach dem Matsch nun im Sturm

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Freitag – Ein Sturm zog auf!

Nach dem gestrigen Tag, war das Festival eigentlich für mich schon gelaufen, was sollte da noch kommen?

Los ging es erst mal mit den süddeutschen Glamrockern von Kissing Dynamite, über die es schon viele Lobeshymnen zu hören gab, was es zu überprüfen galt. Die fünf glam-like gestylten Jungs nutzen auch förmlich ihren Heimvorteil und legten mittags um 13 Uhr schon einen ordentlichen Gig, mit gutem Stageacting hin. Ein kleiner Hauch von Kalifornien kam bei der abermals heißen Mittagssonne vor der Main Stage schon auf. Aber hey lieber Ande (Braun, ein Gitarrist der Band), Glamrock und kurze Haare das geht doch nicht!

Nach einer Unterbrechung am Zeltplatz ging es dann weiter mit Sister Sin auf der T-Stage im Zelt. Hatte ich im letzten Jahr deren neuestes Album „Black Lotus“ noch abgefeiert, war ich nun gespannt, ob die Band um Goldkehlchen Liv Jagrell, die Power des Albums auch Live umsetzen konnten. Und sie konnten, Holla die Waldfee! Liv entpuppte sich zur richtigen Rampensau, äh -Lady und auch ihre vier männlichen Mitstreiter, brannten ein deftiges und rollendes Heavy Metal Feuerwerk ab, das sich (nicht) gewaschen hatte. Hier wurde gebangt, dort gemosht und die Hits der Band, wie „Outrage“, „Fight song“ oder „End of the line“ zum Schluss gaben den Adrenalinschub. Den Boden unter den Füssen entzog es mir jedoch bei „Sail North“. Was für ein geiler Song, was für eine geile Show!
Danach gab es auf der T-Stage einen Kurswechsel Richtung derbstes Death-Core Brett von Thy Art Is Murder aus Australien. Es war erstaunlich wie präzise die Jungs ihre Mischung aus technisch hoch-versierten Riffs und dem ständigen Blastbeats Gewitter runter holzten. Da vibrierte förmlich der ganze Körper. Kein Wunder, dass die Band auch gut ankam zur Nachmittagszeit und das Zelt sich immer mehr füllte.

Gespannt war ich nun auf Pyogenesis auf der Pain Stage. Eine lange Zeit war die Band vom Bildschirm verschwunden, nach dem der gute Erfolg im Independent-Pop-Sektor, Ende der 90er Jahre, schnell wieder verblasste. Was aber bitteschön hatten diese Popper auf einem Metal Festival zu suchen? Eine Antwort gab vielleicht das Vorabvideo zu „Steam paves its way (the machine)“ vom neuen Album „A century in the curse of time“, das doch tatsächlich Death Metal Growls zur Strophe zu verzeichnen hat! Ein Kurswechsel, weg vom poppigen Gesabber der 90er? Nö, keine Sorge, der Song ist eher eine Ausnahme, denn die Regel. Live hinterließ man leider einen schlechten Eindruck. Dies vor allem vor dem Hintergrund des Wiedereinstiegs nach einer langen Bühnenabstinenz. Songs mussten teilweise mehrfach neu begonnen werden, da sie offensichtlich noch nicht saßen. Gimmicks wie Klopapierrollen ins Publikum werfen, halfen auch nicht die Menge in Wallung zu bringen. Einzig allein der Stagemanager schien förmlich durchzudrehen, bei den Klopapierwürfen, verbunden mit Pyrotechnik und Flammenwerfern auf der Bühne. Ne Jungs, das war gar nichts!

Als ob es dem Gott des Blitz und Donners auch nicht gefallen hätte, zog gegen 18 Uhr ein Sturm auf, der die Veranstalter das Festival dasselbe unterbrechen und das Gelände räumen ließen. Als der Sturm nach einer guten Stunde weitergezogen war, konnte das Festival weiter gehen. Ein gutes hatte der Sturm mit sich gebracht. Es war nicht mehr so heiß wie die Tage zuvor. Schnell wurde aber auch klar, dass sich nun die restlichen Bands des Abends alle um eine Stunde nach hinten verschieben würden. Das hieß für mich nun, nicht nur bis 02:15 Uhr auf den Beginn von Schirenc plays Pungent Stench zu warten, sondern bis 03:15 Uhr! Das bedeutete, nicht ganz so viel zu saufen, um nicht zu früh abzuliegen – puh!

Während ich den Gig von Sepultura vom Zeltplatz aus genoss, kam ich nicht umhin, Sveni zuliebe (hi hi hi) zu den nachfolgenden Powerwolf zu begleiten. Grundsätzliches Interesse hatte ich schon, zumal ich mich von den Livequalitäten der Band mal überzeugen wollte, nach dem sie einen Charterfolg, nach dem anderen einfahren. Doch schon nach vier Songs hatte ich genug gesehen und gehört. Zu gleichförmig und zu eingängig (und das ist ein Wunder für mich, melodieversessenen!) klangen die Songs und auch von der Show her, war ich etwas enttäuscht. Keine Frage, die Band hat ihre Qualitäten und ihre Daseinsberechtigung, was man auch an den Zuschauermassen sehen konnte. „My cup of tea“ ist es jedenfalls nicht. Sveni, ich verstehe dich!

Ein ganz anderes Kaliber waren da Ektomorf, die im Zelt auf der T-Stage spielten. Ein Astreiner Sound und die Groove-Thrash Attacken der Ungarn, brachte das knallvolle Zelt regelrecht zum ausflippen. Die Meute fraß der Band regelrecht aus der Hand und klatschte nach jedem Song ausgiebig Applaus, mit johlendem Geschrei. Selbst der Kameramann vor dem FOH zappelte und bangte ständig umher, so dass ich auf dessen Videoaufnahmen gespannt wäre, sie mal zu sehen. Da muss ja alles verwackelt sein. Grandioser Gig einer viel gescholtenen Band, die für mich mittlerweile die heutigen Sepultura förmlich an die Wand spielen. Wenn das mal nicht ein Gütesiegel par excellence ist, für eine ehemals, als reines Plagiat, verschriene Band!

Anschließend verweilten ich und eine paar Kumpels noch zwischen dem Zelt und dem VIP Bereich. So bekam ich noch einiges mit vom brachialen Death-Core Riffgewitter von Neaera mit. Besonders der große Circle Pit um den FOH war cool und zeugte davon, dass das Publikum ähnlich steil abging wie zuvor noch bei Ektomorf. Bis wir dann wieder den ganzen weiten Weg vom Zelt zur Main Stage schafften, bekamen wir leider auch nur noch die letzten Soundfetzen von Boodbath. Schade, ich hätte mir gerne einen blutüberströmten Nick Holmes angeschaut.

Eigentlich war ich auch sehr gespannt auf den Auftritt von Trivium, auf der Main Stage. Entweder lag es an den brachialen Bands zuvor, oder an meiner Müdigkeit, oder schlicht und ergreifend am, etwas lahmarschig dargebotenen Auftritt der Metal-Corler aus Amerika. Aus den Augen eines Fans, wird es sicher kein schlechter Gig gewesen sein, aber die Jungs um Matt Heafy wirkten zu statisch und steif, selbst die Show, samt Licht und Pyros war kein besonderer Hingucker. Das können Trivium besser!

Zeit, dass es wieder zurück zur T-Stage ging. Dort heizten nun Fräulein Hassbratzen Candace Kucsulain und ihre Jungs von Walls Of Jericho mächtig ein. Die gute Dame hat wohl ein Dauerabo im Fitnesscenter abgeschlossen? Nicht nur das sie gewohnt, wie ein Derwisch über die Bühne rannte und ständig umher sprang. Sie hat auch deutlich an Muskulatur zugelegt, im Vergleich zu den Auftritten noch im letzten Jahr. „Feeding frenzy“, „American dream“ und vor allem der Rausschmeißer „Revival never goes out of style“ sind immer noch Garant für eine energiegeladene Show. Nur der leicht matschige Sound trübte das positive Gesamterlebnis etwas.

Dann kam endlich die Band, die ich noch nie zuvor gesehen hatte und Jahre, ja gar Jahrzehnte lang darauf schon wartete. Pungent Stench, oder wie man heute sagen muss Schirenc plays Pungent Stench standen zu dieser späten Stunde noch an. Was haben wir früher abgefeiert und abgemoscht zu so Growl-Hits der Marke „Just let me rot“ und „Blood, pus & gastric juice“. Schön derb und dreckig kam er Death-Punk´n´Roll daher. Die Österreicher kreierten diesen Sound schon zu einer Zeit, da haben die Jungs von Kvelertak oder Goatwhore noch in ihre Windeln geschissen. Trotz dass das Zelt mittlerweile recht leer war, feierten die knapp 100 Leutchen vor der Bühne, die Band nach aller Regel der Kunst ab und riefen noch Minuten nach dem Ende des Auftritts nach Zugabe. Ich war dabei!
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