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Der Jahrespoll 2022 - Niclas' Highlights des Jahres

Was war Top, was war Flop



NICLAS

Tops und Flops des Jahres



Endlich wieder Jahrespoll-Saison, und das vor allem wieder in größtenteils pandemiefreier Umgebung. Und als wollten die Metalgötter uns Sterbliche für das Durchstehen der letzten zwei Jahre reich belohnen, war 2022 ein extra geiles Jahr.

Ich glaube noch nie zuvor habe ich dermaßen viele Alben in einem Jahr gehört, denen ich die Ehre einer perfekten Wertung gewähren würde. So war es wie immer auch nicht gerade einfach, mich für zehn Alben zu entscheiden. Auffällig ist dabei allerdings, dass meine Wahl mal wieder deutlich schwarzmetallischer ausgefallen ist als noch im Vorjahr. Einige Überraschungen waren trotzdem dabei.


ALBEN DES JAHRES


01. WHITE WARD – False Light
Auch wenn aus verständlichen Gründen jeder Beitrag ukrainischer Künstler in den Medien extra hoch gelobt wurde, um Solidarität zu zeigen, kann ich versichern, dass jedwedes Lob, das man „False Light“ zukommen lässt zu 100% gerechtfertigt ist. WHITE WARD zementieren damit endgültig ihren wohlverdienten Platz im Post-Black Metal-Olymp. Auf „False Light“ drücken sich abwechslungsreiches Songwriting, relevante Texte und technisches Können die Klinke in die Hand. Dafür gibt es einen verdienten ersten Platz.

02. PANZERFAUST – The Suns of Perdition, Chapter III: The Astral Drain
Schon im letzten Jahr hatte ich angedeutet, dass ich mir einen Platz in der Top 10 für das neue PANZERFAUST-Album freihalten müsse. Dass „The Astral Drain“ hier landen würde war so vorhersehbar wie kaum ein anderer Pick. Die Kanadier entwickeln sich immer mehr zu einem meiner absoluten Favoriten. Kaum eine andere Band schafft es, so konsequent Wiedererkennungswert und Wille zur Innovation mit qualitativer Konstanz zu paaren.

03. KARG - Resignation
Das neue KARG-Album kam für mich zum richtigen Zeitpunkt. „Resignation“ ist wahrscheinlich die Platte mit dem größten emotionalen Tiefgang in diesem Jahr und die geballte Ladung an Trauer und Frustration half mir enorm durch den düsteren November und über einen Trauerfall in der Familie hinweg. Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass die Post-Black Metaller aus dem Hause AOP Records die neuen Szenetrendsetter sind. Wenn sich dadurch mehr Bands in Zukunft eine Scheibe von KARG abschneiden umso besser.

04. DEATHSPELL OMEGA – The Long Defeat
Wohl mit Abstand mein kontroversester Pick und zwar aus mehreren Gründen. Zum einen ist da die langjährige Zusammenarbeit mit Mikko Aspa, die mittlerweile ja ein offenes Geheimnis ist und selbst von der Band in einem raren Interview ja quasi bestätigt wurde (ohne dabei Namen zu nennen). Wichtig zu betonen sei aber, dass die kreative Seite der Band fest in den Händen des französischen Kerns befindet, welcher sich im selben Interview auch deutlich auf der entgegengesetzten Seite des politischen Spektrums positioniert. Es versteht sich natürlich auch von selbst, dass wir keine der Ansichten des Herrn Aspa teilen. Abseits davon ist „The Long Defeat“ aber auch auf Grund der Musik kontrovers. Langjährige DEATHSPELL OMEGA-Fans haben das Album größtenteils eher lauwarm aufgenommen, da sich die Franzosen hier deutlich eingängiger und melodischer präsentieren als auf vorherigen Alben. Für mich machte dieser Aspekt die Musik aber erst wirklich zugänglich. Die Anzahl der Killer-Riffs auf diesem Album liegt weit über dem Durchschnitt.

05. KAMPFAR – Til Klovers Takt
KAMPFAR sind so eine Band, die ich immer schon als solide im Hinterkopf hatte, die mich bisher aber nie wirklich flashen konnte. Immer gut, nie herausragend. Umso überraschter war ich, als sich das tiefschwarze „Til Klovers Takt“ noch in letzter Sekunde in meine Top 10 schlich. Zu Unrecht wurde die Platte meiner Meinung nach vom Kollegen Patrick mit mageren 6,5 Punkten abgestraft, denn hier sitzt wirklich alles. Jeder Song ist ein garantierter Ohrwurm und ganz nebenbei wartet die Scheibe mit der wohl besten Gesangsperformance des Jahres auf.

06. KUOLEMANLAAKSO – Kuusumu
Wer meine Reviews aufmerksam verfolgt, der wird wissen, wie wichtig mir Wiedererkennungswert, Abwechslungsreichtum und Originalität sind, und kaum ein Album war in diesem Jahr so abwechslungsreich wie „Kuusumu“. Die Finnen um Bandkopf Markus Laakso liefern ein stilistisches Potpourri vom feinsten ab, das es auf wundersame Weise aber dennoch seine Kohärenz behält. Ganz große Kunst, die mit einem Daueraufenthalt in meiner Playlist belohnt wurde.

07. NOCTURNIS – Unsegen
Ich habe in meinem Review ja schon genug von NOCTURNIS und deren Debütalbum „Unsegen“ geschwärmt, doch es sei noch einmal betont, dass es sich hierbei zweifellos um den Newcomer des Jahres handelt. Hört auf meine Worte, wir werden in den nächsten Jahren noch viel von dieser Band hören. Und falls ihr die Scheibe noch immer nicht im Schrank stehen habt, macht euch doch gleich mal selbst ein Weihnachtsgeschenk und besorgt sie euch jetzt gleich.

08. ULTHA – All That Has Never Been True
Die größte Überraschung des Jahres kam recht früh. Ich dachte zunächst, es handle sich um einen Aprilscherz, als ULTHA am 1. April völlig unangekündigt ihre neue Platte „All That Has Never Been True“ auf die Menschheit losließen. Und was für eine Kraft dort entfesselt wurde! Ich wage es kaum auszusprechen, aber „All That Has Never Been True“ übersteigt sogar ULTHAs früheres Meisterwerk „Converging Sins“ in atmosphärischer Dichte und musikalischem Anspruch. Ein Muss für jeden, der es gerne atmosphärisch mag!

09. SHAPE OF DESPAIR – Return to the Void
Funeral Doom ist ja nicht gerade dafür bekannt, besonders eingängig zu sein. Deshalb scheint es auch nicht allzu verwunderlich, dass ich eine Weile brauchte, um mit „Return to the Void“ wirklich warm zu werden, und das obwohl ich den Vorgänger „Monotony Fields“ guten Gewissens als eine der besten Platten des letzten Jahrzehnts bezeichnen kann. Als ich am Ende des Jahres aber darauf zurückblickte welche Alben ich am meisten gehört hatte, wurde schnell deutlich zu was für einem Dauerbrenner sich das Album entwickelt hatte. So schlichen sich SHAPE OF DESPAIR dann doch noch locker in meine Top 10.

10. WIEGEDOOD – There’s Always Blood at the End of the Road
Und noch ein Album, zu dem ich zunächst keinen richtigen Zugang finden konnte. Das kontrollierte Chaos, das WIEGEDOOD auf „There’s Always Blood at the End of the Road” zelebrieren schien mir solch eine radikale Abkehr von den Vorgängeralben zu sein, dass ich schon bereit war, die Band komplett abzuschreiben. Bis ich die neuen Songs dann live sah. Dann blieben keine Fragen mehr offen.


BONUS BOMBEN

Weil zehn Alben nun mal nicht das ganze musikalische Spektrum des Jahres abbilden können, gibt es wie jedes Jahr noch ein paar Granaten:


  • VANUM - Legend
  • GAEREA – Mirage
  • ELLENDE – Ellenbogengesellschaft
  • FIRTAN – Marter
  • GEVURAH – Gehinnom
  • DISILLUSION – Ayam
  • GIVRE – Destin Messianique
  • ARD – Take Up My Bones
  • TIMOR ET TREMOR – Realm of Ashes
  • STRIGOI – Viscera
  • TOADEATER – Bexadde
  • PRÈCIEUX SANG – Les Nuits de Gethsèmani
  • IMHA TARIKAT – Hearts Unchained – At War with a Passionless World
  • VÉVAKI - Fórnspeki
  • WATAIN – The Agony and Ecstasy of Watain
  • CULT OF LUNA – The Long Road North
  • ABSENT IN BODY – Plague God
  • DRUDKH – All Belong to the Night
  • SAOR – Origins
  • DAEMONESQ – The Beauty of Letting Go

ENTTÄUSCHUNGEN DES JAHRES


HEILUNG – Drif. Zugegeben, HEILUNG hatten eine gewaltige Aufgabe vor sich. Ein Album wie „Futha“ zu toppen hätten die meisten Bands wohl nicht geschafft. Doch das neue Album „Drif“ ließ leider sehr viel vom kalkulierten Wahnsinn und der atmosphärischen Tiefe seiner Vorgänger vermissen. Vor allem die zweite Hälfte kommt ziemlich lahm daher und wirkliche Höhepunkte gibt es kaum.

MANTAR – Pain is Forever and this is the End. Vielleicht geht es mir mit der neuen MANTAR- Scheibe ja ähnlich wie mit der von HEILUNG. Nachdem mir „The Modern Art of Setting Ablaze“ so heftig den Schmalz aus den Ohren geblasen hatte kommt mir der Nachfolger einfach viel zu zahm rüber und lässt den rotzigen Charme der Nordlichter doch leider etwas zu sehr vermissen.

BEHEMOTH – Opvs Contra Natvram. Dass mich dieses Album enttäuschen würde war mir schon klar bevor es überhaupt veröffentlicht wurde. Es ist mittlerweile ein immer wiederkehrender Zyklus: Ich blicke hoffnungsvoll auf ein neues BEHEMOTH-Release, werde bitter enttäuscht und frage mich, warum ich mir die Mühe überhaupt noch mache. Das letzte BEHEMOTH-Album, das ich richtig geil fand war „Evangelion“, „The Satanist“ war noch ganz ok, auf „I Loved You At Your Darkest“ gab es zumindest „Wolves of Siberia“ als absoluten Killer-Song. Hier finde ich nichts mehr, was mir lange im Kopf bleibt. Alles, vom furchtbar peinlichen Titel über die oft unoriginellen Arrangements bis hin zu den klischeehaften Lyrics schreit „Uns gehen die Ideen aus“.

ESOTERIC brechen nach der Hälfte des Konzerts ab. Da bekomme ich endlich mal die Chance, die britischen Funeral Doom – Meister live zu erleben und dann werden sie von technischen Schwierigkeiten schon nach einer halben Stunde zum Abbruch gezwungen. Schade, aber vielleicht klappt es ja in ein paar Jahren wieder.


NEWCOMER DES JAHRES


NOCTURNIS stehen hier natürlich ganz weit vorne. Ich habe schon an anderer Stelle reichlich Worte darüber verloren. Kauft euch einfach „Unsegen“ und seht selbst.

Die Sludge- Supergroup ABSENT IN BODY lieferten mit “Plague God” schon früh im Jahr ein wahres Highlight ab. Mit Mitgliedern von NEUROSIS, AMENRA und SEPULTURA im Lineup ist dies aber kaum überraschend.

DAEMONESQ überzeugten mich live auf dem In Flammen sehr stark mit ihrem Mix aus Post Black und Melodeath. Kann man nur hoffen, dass es dort bald mehr zu hören gibt.


BESTE KONZERTE DES JAHRES


Zum Schluss sollte natürlich auch die Live-Musik nicht zu kurz kommen. Dieses Jahr ging es für mich wieder richtig los mit Konzertbesuchen. Es fühlt sich definitiv gut an, auch wieder live mitfiebern und die Matte schwingen zu können. Besonders die WALPURGISNACHT im Frühjahr und das WAR AGAINST WAR im November seien hier herausgehoben. Beide Festivals warteten mit einem so hochkarätigen Lineup auf, wie man es selten zu Gesicht bekommt.

Auch das IN FLAMMEN im Sommer war wieder ein Fest, auch wenn die Nachwehen der Pandemie hier noch sehr stark zu spüren waren und einige Bands coronabedingt ausfielen. Und natürlich komme ich auch nicht darum herum, das Live-Debüt meiner Band INFERNAL CROWN zusammen mit GROZA im August zu erwähnen. Es war mir eine riesige Freude und ich hätte mir kaum ein besseres Live-Debüt vorstellen können.




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