NOCTURNUS

The key (1990)



Damals, als es noch Plattenläden gab, habe ich oftmals Platten wegen dem Cover gekauft. So auch hier. Dan Seagrave, Pentagramm im Logo, und Namen wie Mike Browning (Drums, Vocals) und Kam Lee (Backing Vocals), und zack! Die Scheibe kam mit. Beim Anhören traf mich dann erst einmal der Schlag. Keyboards! Arrgh! Remember, wir waren Anfang der 90er, weit vor der ganzen Symphonic Black Metal Mania. Da war Death Metal das Ding, und Keys hatten maximal in Intros oder als bedrohliche Hintergundsounds eine gewisse Daseinsberechtigung. Aber einen Synthesizer als tragendes Element, mit einem fest als Keyborder engagierten Bandmember? Das grenzte an Blasphemie.

Nun, da ich die Scheibe ja nun schon gekauft hatte, konnte ich sie mir auch bis zum Ende anhören. Und noch mal. Und noch mal. Und… Ich konnte es kaum glauben. Das nach dem Akkordeon schlimmste Instrument für meine Ohren machte die Mucke, die NOCTURNUS zockten, nicht etwa seichter oder massenkompatibler, wie jetzt mal so bei Europe oder so Kapellen. Neee, Louis Panzer setzte sein Tastenbrett so ein, dass zusammen mit dem brutalen Restistrumentarium eine morbide, lovecraftsche Atmosphäre entstand.

Ruppiges Riffing, und die, bedingt durch das gleichzeitige Drumming, herausgebellten Lyrics Mike Brownings in Verbindung mit abgedrehten Soli und völlig schrägen, oftmals disharmonischen Synth-Intarsien haben eine morbide, abgefahrene Stimmung erschaffen, die mich völlig überrascht hat. Teilweise klingen NOCTURNUS regelrecht proggig, was der Musik den Science-Fiction Touch verschafft, den die Band mit dem Textkonzept vermitteln wollte. Blasphemie meets SF. Das war schon recht gewagt. Gut, die Story, einer baut sich eine Zeitmaschine, fährt damit in die Vergangenheit zurück und ballert die „heilige Familie“ weg, ist schon etwas reichlich abgedreht, aber auch wieder funny. Genaugenommen Doctor Who auf Death Metal. Grandios, möchte man sagen, denn wie gesagt, der übermächtige Einsatz des Elektronenklaviers nimmt keinerlei Brachialität aus der Mucke.

Natürlich hat das Album damals mächtig polarisiert, und viele konnten damit nichts anfangen. Das kann man schon daran sehen, dass es kaum eine Band gab, die auch nur Annäherndes gemacht haben. Maximal die Deutschen ETERNAL DIRGE. Zum Zweiten, daß nach dem Album drastische Veränderungen in das NOCTURNUS-Lager Einzug hielten. Mike Browning wurden die Vocals entzogen und auch das Keyboard wurde sparsamer eingesetzt. Das hat letztlich der Band auch etwas die Ausnahmestellung entzogen. Ich höre das Album heute noch mit Begeisterung, und halte es für eines der Meilensteine des experimentellen Death Metals.




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