DREAM THEATER

Images and words (1992)



Bei meinem heutigen Metal Classic wäre jede Floskel von wegen „aus den Tiefen des Archivs oder des Kellers empor gehoben“ reinste Zeitverschwendung, denn Dream TheatersImages and words“ ist bis heute ein Werk von solch epochaler und monumentaler Größe, dass sich jede auch nur ansatzweise progressiv angehauchte Band…und ich meine wirklich JEDE…daran messen lassen muss und solch kleingeistige Bemerkungen reinste Blasphemie wären. Was die Herren Portnoy, LaBrie, Petrucci, Moore und Myung auf ihrem 92er Meisterwerk an Musik erschufen, hat die Musiklandschaft grundlegend verändert und den Grundstein für die weltweit einzigartige Karriere der New Yorker gelegt. Kurzum: Diese Scheibe gehört in absolut jede Sammlung.

Schon 1989 begeisterte mich der Erstling „When dream and day unite“, der in der Metalgemeinde einschlug wie eine Bombe oder sogar den Vergleich mit den von Moses empfangenen 10 Geboten standhalten würde, doch als Ur-Sänger Charlie Dominici ausstieg machten sich Sorgen breit, wie es mit diesem musikalischen Kreuzfahrtschiff weitergehen würde. Aus über 200 Sängern fischte man sich dann den bis Dato völlig unbekannten James LaBrie heraus, der mit seinem absolut überragenden, wechselbaren und zu diesem Zeitpunkt mehr als kraftvollen Organ dazu beitragen sollte, das „Images and words“ zu dem wurde was es heute noch ist: Eines der Wichtigsten und besten MUSIK Alben aller Zeiten. Ja meine Herschafften…nicht nur im Metalbereich, sondern in jeder Sparte Musik ist dieses Album stilprägend und richtungweisend gewesen und ist es heute noch. Schon beim ersten, von Ur-Keyboarder Kevin Moore geschriebenen „Pull me under“ zeigen die Absolventen des Berklee College of music die Richtung an. Ein überragender Spannungsbogen, ein sich immer weiter steigernder LaBrie, der seinen Höhepunkt bei folgender Textzeile hatte:

“Watch the sparrow falling
Gives new meaning to it all
If not today nor yet tomorrow then some other day
I'll take seven lives for one
And then my only father's son
As sure as I ever did love him
I am not afraid”


Allein bei diesem Part bekomme ich heute noch Gänsehaut am ganzen Körper und schon damals spulte ich mehrmals meine Kassette zurück, um diesen überirdischen Klängen aber und abermals zu lauschen und in mich aufzusaugen. Das man mit „Another day“ bereits an zweiter Stelle eine Ballade platzierte, war mutig, saumutig sogar, doch allein durch das brillante Saxophon Spiel von Jay Beckenstein hatte ich das Gefühl, nachts um eins mitten auf dem Time Square in New York zu stehen, ein glasklarer Himmel und ein gigantischer Vollmond über mir. „Take the time“ hingegen ist ein ziemlich eingängiges Stück…nunja, eingängig von wegen gut ins Ohr gehend, denn auch dort setzen die Proghelden die musikalische Daumenschraube an, um den Hörer mit ihren aufwendigen Klangcoullagen, die wahnsinnig kompliziert sind, dennoch eingängig klingen, in den Irrsinn zu treiben. „Surrounded“ nahm einen dann mit auf eine gefühlsmäßige Achterbahn, denn langsam beginnend steigerte sich dieses fantastische Lied immer mehr, um dann letztendlich wieder in ruhigere Töne zu verfallen. Fünf Minuten und dreißig Sekunden voller Magie und Poesie.

Doch alles nur Pipifax im Gegensatz zu dem, was danach kommen sollte: „Metropolis Part 1“. Soviel musikalische Genialität verpackt in einen einzigen Song habe ich danach nur noch von Dream Theater selbst erlebt. Allein beim kleinen Bass Solo von John Myung zeigte sich, was für ein Potential in der Band wohnte und dieses wurde dann beim gemeinsamen Solo von Kevin Moore und Ausnahmegitarrist John Petrucci noch weiter ausgebaut. Allein diese Stelle habe ich mir damals so dermaßen oft angehört dass ich meinte, diese auch mal nachspielen zu können…welch fataler Trugschluss. Allein aus den Ideen und den einzelnen Bausteinen dieses Meisterwerks hätten andere Bands durchaus 3 Platten machen können. Nun hätte man fast auf den Gedanken kommen können, die Band könnte ihr Pulver verschossen haben, was allerdings bei „Under a glass moon“ sofort ad absurdum führte. Hier wurde die Progressive Keule gleich mal richtig geschwungen und erneut bewiesen, dass das Wort „Abwechslungsreichtum“ fortan und für alle Zeit mit dem Namen Dream Theater einher gehen würde. Das allein durch Keyboards und die überragende Stimme von LaBrie getragene „Wait for sleep“ verursacht heute noch bei mir Pipi in den Augen. Was für ein Text, was für ein Gefühl:

“Standing by the window
Eyes upon the moon
Hoping that the memory will leave her spirit soon
She shuts the doors and lights
And lays her body on the bed
Where images and words are running deep
She has too much pride to pull the sheets above her head
So quietly she lays and waits for sleep”


Die elfeinhalb Minuten von “Learning to live” komplettierten diesen Geniestreich und hinterließen den Verfasser dieser Zeilen in einem absolut aufgewühlten Zustand und innerer Euphorie. Was für eine Musik, was für ein Album und schon damals wusste ich, dass nach „Images and words“ lange Zeit nichts mehr kommen würde. Klar gab es härte Alben und weitaus erfolgreichere Bands zu diesem Zeitpunkt, doch keine andere berührte mich mehr, als Dream Theater auf dem Höhepunkt ihres Schaffens.

Ich kenne aus meinen Freundschafts- und Bekanntenkreis Niemanden, ob nun Death, Black, Thrash, Hair oder sonst was Metaller, der diese Scheibe nicht kennt, geschweige denn sein Eigen nennt. Wie oft saß ich mit meinem damaligen Gitarristen zusammen und sinnierte über die Musik, die einzelnen Strukturen, die Soli, das perfekte Zusammenspiel, die Wirkung und Kraft jedes einzelnen Stückes auf „Images and words“ und immer kamen wir zu dem gleichen Schluss, dass SO perfekter Progressive Metal zu klingen hat.

Jahrzehnte später, genauer gesagt ganze zwei, standen Chris und ich mit unseren Plastik Gitarren vor dem Fernseher, hatten „Pull me under“ im Easy Modus ausgewählt und verknoteten uns die Finger beim Versuch, dieses Epos halbwegs unfallfrei zu absolvieren, was natürlich nicht einmal ansatzweise gelang. Auch wenn Viele etwas anderes behaupten werden so ist für mich „Images and words“ das Album, was Dream Theater definiert und so absolut einzigartig macht.

Eine Scheibe, die noch weitere 40 Jahre in meinem Player rotieren wird und ich mich immer wieder bei erwischen werde wie ich versuche, den Mittelteil von „Pull me under“ nachzusingen, was mir in meiner Höchstzeit sogar ziemlich gut gelang. Im Übrigen gibt es nicht allzu viele Alben, die ich vom ersten bis zum letzten Ton komplett mitsingen kann. In den Top 5 meiner Alltime Favourites ist „Images and words“ auf Platz 3. Wer die anderen sind? Hahaha, verrate ich später…




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