Leute, Leute, Leute. Ich schmeiße mal folgende These in den Raum. In einer Zeit, wo Konzerte oder etwaige Liveaktivitäten durch das Kack Virus gänzlich zum erliegen gebracht wurden, konzentrieren sich die Bands auf ihr Einmaleins und hauen solch unfassbar großartige Raketen auf den Markt, dass man als Journalist, Reviewer und natürlich potentieller Käufer gar nicht mehr weiß, welche Scheibe man als erstes in den Himmel loben, respektive kaufen soll. Diesem Umstand wollen wir in diesem Monat Rechnung tragen, indem wir die Bewertungen beim Monthly Warfare ausblenden und sich jeder diese im Review selber anschauen kann. Wir denken auch darüber nach, dies zukünftig zu tun.

Ebenso wird es nicht mehr die Top 15 sein, sondern einfach nur der Monthly Warfare mit quasi 15 Empfehlungen aus unserem Haus. Grund? Diesen Monat hätten wir locker 30 Scheiben da reinpacken können und in den Monaten zuvor ebenso. Doch wir wollen Euch einen repräsentativen Querschnitt bieten, bei dem sich jeder sein eigenes Bild malen soll. Also keine gravierenden Veränderungen, die allerdings für mich als Chefredakteur durchaus von Belang sind. So…was war im Oktober so los?

Wie bereits wurde die Metaller Welt in diesem Übergangsmonat mit einer solch unfassbaren Flut an grandiosen Alben überschwemmt, dass es fast unmöglich erschien, alle irgendwie anzufassen. Erstaunlich ist ebenso der Umstand, das gerade die Altgedienten mit unfassbaren Alben viele Zweifler Lügen straften, ob diese aufgrund ihrer jahrzehntelanger Zugehörigkeit zur Szene überhaupt noch Biss hätten. Fragt mal Benediction, was die davon halten? „Scriptures“ war durch de Band weg in unserer Redaktion ein Dauerbrenner und wird deshalb verdientermaßen mit dem Titel „Album des Monats“ ausgezeichnet. Aber auch Necrophobic, Armored Saint, Enslaved oder Marc Grewe mit Insidious Disease waren nicht minder großartig, ebensolches galt und gilt für unsere Blackies Nocte Obducta, AUÐN, Wayfarer und unseren Dauerbrenner Maladie, die sich etwas gezähmter zeigten und damit punkten konnten.

Auch der Traditionalist bekam mit Old mother Hell, Neck cemetary oder Hypnos nettes Futter serviert, denen großartige Veröffentlichungen von Act of creation, Arroganz und Pallbearer in Nichts nachstanden. Als Monats Tip legen wir Euch die Schweden von Sarcator ans Herz, die einen so herrlich unverkrampft den Arsch versohlen, dass man…ach…lest einfach selber.

Ein großer Dank geht an Christian Ziege, sorry, Chris Barnes, der bereits im September mit seiner erneuten akustischen Flatulenz namens „Nightmare of the decomposed“ recht früh als Arschbombe des Jahres, ach, was sag ich, des Jahrzehnt feststand. Dem Gerücht welches besagte, ich hätte diese unhörbare Diarrhoe gegen Bestechung so zerrissen, damit die Werbung noch mehr angekurbelt wird, trete ich entschieden entgegen und schwöre feierlich, mich nur noch privat abfällig über SFU zu äußern. So ein Sch…aber auch.

So Kinners. Bleibt uns gewogen, haltet im bevorstehenden Lockdown durch, deckt Euch mit Getränken ein und genießt Musik, so wie wir es tun. Metal is forever!


TIPS 15 – OKTOBER 2020


BENEDICTION – Scriptures (2020)

Nach 12 langen Jahren stellt die Metalwelt entzückt fest, wie sehr man doch Benediction vermisst und gebraucht hat. Die alten Säcke aus Birmingham klangen nie besser und sind nunmehr dazu bereit, den verwaisten britischen Death Metal Thron an sich zu reißen, nachdem Bolt Thrower leider Geschichte sind. „Scriptures“ ist ein unbedingtes Muss für jeden Fan brutaler Musik, der sich nicht auf 385 Breaks oder 27 Breakdowns in einem Song konzentrieren, sondern knapp 50 Minuten den Propeller anwerfen möchte.


AUÐN – Vökudraumsins Fangi (2020)

„Vökudraumsins Fangi“ ist ohne Frage ein weiteres Highlight im veröffentlichungs-starken Jahr 2020. Das Album bietet bereits nach den ersten drei bis vier Durchläufen schon eine ganze Menge und wird auch auf lange Sicht noch einiges offenbaren, da bin ich mir sicher. Unterm Strich bleibt also ein starker Ersteindruck, ein Verdacht auf eine lange Halbwertszeit, ein Haufen geiler Momente – ob hart oder emotional – und eine saubere, passende Produktion. Es finden sich schnell Favoriten, dafür aber keine Ausfälle.

ENSLAVED – Utgard (2020)

Große Abwechslung, tolle Songs, musikalisch mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ versehen und eine Band in absoluter Hochform. Was also spricht gegen die Höchstnote? Ein wenig haderte ich, doch ich fand nichts, was sich auch nur annähernd schmälernd auf dieses grandiose Album hätte auswirken können.

WAYFARER – A Romance With Violence (2020)

Wer es aber gern kurz und knapp mag, dem sage ich zu diesem Album nur eins: Anhören! Ok, Puristen, die es schroff mögen und nichts hören, das nicht wie Anfang der 90er aufgenommen klingt, mögen wohl weniger Freude haben oder schlicht überfordert sein, wer aber einen erhöhten Anspruch an extreme Musik hat, wird voll bedient und entdeckt in WAYFARER vielleicht sogar eine neue Liebe.

PALLBEARER – Forgotten Days (2020)

Das Gehirn kommt gar nicht hinterher, die geballte Flut von genialen Riffs irgendwie zu bändigen. Noch Stunden nach dem Anhören singe ich die Refrains von „Rite of Passage“ oder „Caledonia“ vor mich hin oder schwelge in Erinnerung an das Killer-Solo auf „The Quicksand of Existing“.

ARROGANZ – Morsus (2020)

Die Produktion ist breit, Fett und glasklar. Alles hat seinen Platz und klingt einfach nur großartig. Über meine Studiokopfhörer ist dieses Album ein Erlebnis ohne das irgendetwas stört. Dafür zuständig waren TIMO ROTTEN für den Mix und LASSE LAMMERT fürs Master. Gute Musik und gute Produktion ergeben gute Qualität. Meine Stimme habt Ihr.

NECROPHOBIC – Dawn of the damned (2020)

Leute, wenn ihr euch im Oktober nur eine Scheibe leisten könnt, dann kauft DIESES Album! Das ist nicht weniger als ein verdammtes MEISTERWERK!

NOCTE OBDUCTA - Irrlicht „Es schlägt dem Mond ein kaltes Herz“ (2020)

Dann ist es soweit......Die Lautstärke schwindet langsam und die letzten Töne verhallen leise im Raum. Der Vorhang fällt. In regungsloser Andacht bleibe ich zurück. Eine Träne rollt über die Wange. Schwarz. Stille im bizarren Theater!

INSIDIOUS DISEASE – After death (2020)

Ihr seht, für uns olle Betonköppe exakt der richtige Soundtrack für ein biergeschwängertes Wochenende, doch auch der todesbleiernde Nachwuchs wird dazu angehalten, sich dieses fantastische Death Metal Album aus dem Hause Insidious disease umgehend in den Einkaufskorb eines Händlers Eurer Wahl zu parken, um sich am 30. Oktober als einer der Ersten die Schädeldecke perforieren zu lassen.

HYPNOS – The blackcrow (2020)

Aus der Tschechischen Republik kommt nicht nur Bier was man sich mal antun kann, nein auch vier Herren mit ihrem Death Metal. Seit 1999 verdunkeln die Jungs den Himmel über Europa und zeigen ein durchaus salonfähigen Death Metal.

ARMORED SAINT – Punching the sky (2020)

„Punching the sky“ ist ein herrlich modernes Metal Album geworden, welches nicht ganz an die Genialität der von mir bis heute favorisierten „Symbol of salvation“ Scheibe ran reicht, im internen Ranking aller bereits veröffentlichten Alben aber in der Nähe der Champions League Pätze anzusiedeln ist. Und dazu diese Stimme…diese unfassbare Stimme!!!

NECK CEMETERY – Born In A Coffin (2020)

NECK CEMETERY kredenzen sich und der Metalwelt gleich mal ein Meisterstück zum Beginn ihrer Karriere, das mit viel Liebe und Herzblut geschrieben und eingespielt wurde. „Born in a Coffin“ bietet teutonischen True Metal in einer Hitdichte, wie ihn GRAVE DIGGER oder RUNNING WILD heutzutage gerne mal auf Polykarbonat zaubern würden. So kann es weiter gehen und ich werde Bangen bis ins Grab!

OLD MOTHER HELL – Lord Of Demise (2020)

Mir macht „Lord Of Demise“ unheimlich viel Spass und ich hoffe, dass es irgendwann mal wieder richtige Konzerte geben wird! Dann sehen wir uns.....singend und grölend, in der einen Hand ein Bier, die andere Hand zur Faust geballt und in die Luft gereckt.....in der ersten Reihe. Ich hoffe es so sehr! Danke für dieses Album!

ACT OF CREATION – The uncertain light (2020)

Dazu gibt es Riffs, die jenseits von 08/18 anzusiedeln sind, eine tighte Rhythmus Sektion und eine knallharte Produktion, die das wirklich spannende Gesamtpaket perfekt abrundet und definitiv zu einer Kaufempfehlung macht. Für Fans von Bands wie Dark Tranquility, Arch enemy und At the gates ein unbedingtes Muss, wobei Act of creation niemals abkupfern, sondern viel dafür tun, sich ihre Eigenständigkeit zu bewahren. Ja, mach richtig Spaß die Soße...

MALADIE – The grand aversion (2020)

„…The grand aversion…“ ist natürlich immer noch Maladie in Reinkultur, wobei mir manchmal das extreme der älteren Scheiben fehlt und die Produktion gerne noch ein wenig mehr Druck hätte vertragen können. Dafür brillieren die beiden Sänger Alex und Deha und überraschen mit der einen oder anderen cleanen Einlage, so dass die nunmehr vierte Scheibe ebenfalls ein Ausbund an akustischem Wahnsinn bietet und eingefleischte Fans nicht enttäuschen, aber auf eine Probe stellen wird. Also eigentlich nichts Neues...


HOT OF THE MONTH


SARCATOR – S-T (2020)

Mit solch brillanten Veröffentlichungen wie in diesem Falle „S-T“ von Sarcator braucht sich unsere Szene keinerlei Sorgen zu machen, dass unsere geliebte Musikrichtung irgendwann einmal vom Aussterben bedroht sein könnte. Auf diesem hier vorliegenden Juwel gibt es 49 Minuten auf den Punkt auf’s Maul und wer da nicht mitmacht, hat unsere Musik nicht verstanden.


WASTE OF THE YEAR


SIX FEET UNDER – Nightmares of the decomposed (2020)

Ich zitiere mal einen Kumpel, als es hieß, “Amputator” wäre der beste Song des Albums: “Das wäre so, als wenn mir bei McDonalds ein Mitarbeiter auf den Burger kackt und sagt, dass aber die Gurken frisch seien.” Treffender kann man es nicht ausdrücken.



Social Media

CD der Woche

CD des Monats

The new breed

Z.O.F.F. 2020

alter Z.O.F.F.

On Tour

VERLOSUNGEN

ZO SONGCHECK

V.I.P.

Schrod's...

WO WIR SIND

Der Patch

PARTNER

Join the Army

Damit das klar ist