A CELEBRATION! PLUS MUCH MORE - TOUR 2020

Monster Magnet

01.02.2020 - Berlin @ Huxley's


Ursprünglich sollte die Europatour zu MONSTER MAGNETs Durchbruch-Album bereits im letzten Jahr stattfinden, wurde dann aber im Sommer 2019 aufgrund der Mandelerkrankung des Sängers Dave Wyndorf abgesagt. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben und nun haben die deutschen Fans im Februar die Gelegenheit, die Band und ein Album zu feiern, das damals im Jahr 1998 nicht nur in Deutschland für Furore sorgte und MONSTER MAGNET einem großen Publikum vorstellte: „Powertrip“!

Eigentlich sollte das Konzert im legendären Metropol stattfinden, wurde dann aber aufgrund der großen Nachfrage ins Huxleys verlegt was etliche Fans derart erboste, dass diese ihre Tickets verkauften. Da ich das Metropol persönlich nicht kenne, habe ich es erst mal zur Kenntnis genommen, muss aber im Nachhinein sagen, dass das Huxleys zwar eine brauchbare Akustik hat, aber eine dermaßen schlechte Lüftung, dass es an vielen Stellen kaum auszuhalten war. Erfreulich für die Band, dass der Kartenvorverkauf so erfolgreich war, dass auch das Huxleys aus allen Nähten platzte, aber die Luft wurde dadurch natürlich auch nicht besser. Insofern kann ich die Kritik inzwischen zumindest in Teilen nachvollziehen. Aber kommen wir zum Wesentlichen, der Musik!

Als Vorgruppe waren SAINT AGNES aus London dabei, die sich – positiv formuliert – als ein dissonant schräger Bastard von den BEASTIE BOYS und einer schlecht gelaunten GIRLSCHOOL präsentierten. Kann man machen, muss aber nicht jeder gut finden. Offenbar fanden auch viele Fans die dargebotenen Klänge relativ grenzwertig, denn die Vorräume und auch das Treppenhaus fanden reichlich Zuspruch wie ansonsten nur die Bars. Die restlichen Zuhörer haben es offenbar eher stoisch über sich ergehen lassen, aber vereinzelt haben sich ein paar Feierwillige den Spaß nicht nehmen lassen und sich trotzdem abgegangen. Nun denn. Wegen denen war auch wohl auch niemand da und so wurde die Vorfreude auf MONSTER MAGNET nur noch größer!
In der Umbaupause konnte man gut beobachten wie bunt durchmischt das Publikum der Band inzwischen ist: Etliche ältere und gemeinsam mit der Band ergraute Fans, viele junge Nachwuchsrocker und auch erfreulich viele weibliche Fans waren vor Ort um gemeinsam mit Dave Wyndorf, der einzigen Konstanten innerhalb der Band, und seinen aktuellen Mitstreitern die Sau rauszulassen. Offensichtlich waren, wie zu erwarten, viele Stoner-Rock- und Doom-Fans anwesend und vereinzelt auch einige deutlich erkennbare Psychedelic-Anhänger. Dies passt auch zu den bekannten Wurzeln und Einflüssen der Band, die selbst BLACK SABBATH, THE STOOGES, HAWKWIND und JACK KIRBY zu ihren Vorbildern zählen. Bekannt sind MONSTER MAGNET aber schon seit langem nicht mehr nur für ihren Psychedelic-Hintergrund sondern auch für ihren erdigen, doomigen und straighten Stoner-Rock, der alles vorherige in sich vereint und eine ganz eigene Coolness-DNA besitzt. Dies verkörpert das Band-Maskottchen, der Bullgod, bestens, der in seiner 2000er Variante vom Album „God Says No“ auf dem Backdrop hinter der Bühne prangte.

MONSTER MAGNET begannen ihre Show pünktlich um 21:30 Uhr zu den Klängen des als Intro umfunktionierten „Powertrip“-Songs „Goliath And The Vampires“. Die Menge ging von Anfang an steil während überall Marihuanawolken herumwaberten und erfreulicherweise mehr Biere als Handys in die Luft gehalten wurden. Die Stimmung war auf beiden Seiten des Grabens extrem gut: Das Publikum empfing die Band herzlich und die Band revanchierte sich mit großer Spielfreude! Dave Wyndorf machte einen gut gelaunten und fitten Eindruck – vorbei sind die Tage, in denen er nach seinem Drogenabschied aufgedunsen und bewegungsarm auf der Bühne stand. Es tut gut, ihn so gesund und bei guter Laune zu sehen! Das ist ihm und seiner Gesangsleistung auch anzumerken, denn er war bemerkenswert gut bei Stimme. Auch die Ton-Crew hatte einen guten Tag, denn der Sound war klar, ausgewogen und gut differenziert. So war es für MONSTER MAGNET ein Heimspiel und ein leichtes, die Anwesenden mitzureißen und wie der Bullgod auf dem Backdrop aus allen Rohren zu feuern! Die Reihenfolge der Songs von „Powertrip“ wurde wild durcheinandergewürfelt und leider wurden zwei dieser Songs dem Partymodus geopfert: „19 Witches“ und „Your Lies Become You“. Besonders letzteres wäre ein stimmungsvoller Beitrag zu einem rundum gelungenen Abend geworden. Aber sei es drum, MONSTER MAGNET waren gut drauf, überzeugten alle Anwesenden und klangen einfach nur fett und cool während sie ihren Dicke-Eier-Rock zum Besten gaben und sich durch ihr 90minütiges Set groovten.
Auch die anwesenden Security-Mitarbeiter waren offensichtlich sehr gut drauf. Die waren nicht nur sehr freundlich sondern auch extrem schnell zur Stelle als sich ein Fan gleich zu Beginn des Auftritts dermaßen ins Nirvana gesoffen hatte, dass er wie ein gefällter Baum noch am Biertresen umfiel. Gute Besserung an dieser Stelle – und trinkt verantwortungsbewusst! Die Party ging derweil weiter mit den typischen Markenzeichen dieser Band: Spaciger Psychedelic-Rock mit hypnotischen Riffs, einer kraftvollen Stimme, stampfenden Drums und einem knurrenden Bass, der den Bullgod akustisch zum Leben erwecken und das Publikum glücklich ins Nirvana grooven lässt.

Das Set wird straight durchgerockt mit wenigen Ansagen und kaum Interaktion mit dem Publikum, was sich erst gegen Ende steigert. Das Publikum erlebte einen stimmungsvollen Abend, was sich in den zufriedenen und (bier-) seeligen Gesichtern ausdrückte und vielleicht nicht immer nur der Musik oder dem Alkohol zugeschrieben werden konnte sondern an anderen Substanzen lag? So oder so gab es Jubel nach jedem einzelnen Song während die Band ihr Set gnadenlos durchrockte und die Anwesenden mitriss wie ein auf Volldampf auf Testosteron fahrender Zug – zu „Negasonic Teenage Warhead“ sogar mit vereinzelten Crowdsurfern!

Line-Up:
Dave Wyndorf (Gesang)
Ed Mundell (Gitarre)
Phil Caivano (Gitarre)
Jim Baglino (Bass)
Bob Pantella (Schlagzeug)

Setlist:
Goliath and the Vampires (Intro)
Atomic Clock
Tractor
Crop Circle
Temple of Your Dreams
3rd Eye Landslide
See You in Hell
Baby Götterdämerung
Bummer
Powertrip
Space Lord


Zugabe:
Twin Earth
The Right Stuff (Robert Calvert cover)
Look to Your Orb for the Warning
Negasonic Teenage Warhead


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