ODIN WOHNT IN TUNIS

Frostfeuernächte 2020

14.-15.02.2020 - Gräbendorf @ Kiez Frauensee


Freitag, 14.02.2020 - TAG 1Samstag, 15.02.2020 - TAG 2

Meine Fresse, die sechste Auflage bereits? Na, sieh mal einer an, da sind die Frostfeuernächte anscheinend flügge geworden! Dazu ein mehr als interessantes Billing und ein kleiner Standortwechsel, der sich positiv auf die Auftrittshalle auswirkte und erstmals Zephyr’s Odem mit einem Meet & Greed Stand, der so unfassbar viel Spaß machte, dass wir zukünftig diesbezüglich ein wenig aktiver werden. Ingmar und meine Wenigkeit jedenfalls erlebten an diesen zwei Tagen eine ganze Menge brillanter Musik und leider auch ein paar negative Zwischentöne, aber dazu später mehr.



Bereits im Vorfeld war mir klar, dass ich am ersten Tag eine Menge "neumusikalisches" zu entdecken haben würde, denn bis auf drei Bands waren mir die Herren und Damen Musiker noch nicht persönlich vorgestellt worden. Das begann schon mit den Tschechen von Desire for sorrow, die als Opener der Frostfeuernächte fungieren sollten. Allerdings taten sie das mit solch einer Vehemenz, dass bereits zu solch früher Stunde die Messlatte recht hochgelegt wurde. Ein flotter Mix aus einigen alten Cradle of filth Versatzstücken, gepaart mit rasantem Riffing, welche mit Hingabe und voller Inbrunst intoniert wurden. Dazu hat man mit dem ein wenig nach Alexi Laihto aussehenden Frontmann Ziky eine wahre Kanone an vorderster Front, der die doch schon recht ansehnlich anwesenden Zuschauer sofort abholen konnte. Das machte richtig Bock auf mehr und somit wanderte Desire of sorrow sofort in mein Notizbuch.[olaf]

So wahnsinnig viel kann ich Olafs Kommentar Garnichts hinzufügen. Als Opener auf einem Festival ist es immer am schwer das Publikum zu animieren bzw. überhaupt erst vor die Bühne zu bekommen. Und das Haben DESIRE FOR SORROW definitiv bravourös hinbekommen, selten habe ich derartig viele Menschen bei der ersten Band eines Festivals vor der Bühne gesehen.[ingmar]
Allein die Vorstellung, dass sich Tunesier mit nordischer Mythologie beschäftigen, ist schon ziemlich ulkig, doch auf der Bühne machen Ymyrgar tatsächlich einen schlanken Fuß, obwohl man sich mit einem solchen Backgroundwissen einen kleinen Schmunzler kaum verkneifen kann. Ziemlich Turisas-lastig geht das Orchester zu Werke und die Leute vor der Bühne sind begeistert. Kein Wunder, denn zu einer wirklich präzisen musikalischen Darbietung gesellt sich eine mehr als schicke Optik, die die Truppe mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht auf dem Basar von Tunis erstanden hat. Da sieht alles nach Handarbeit aus, bei dem jedes Schneiderlein vor Verzückung Purzelbäume schlagen würde. Natürlich kommt da viel auch vom Band, doch alles in allem zieht die Mucke richtig gut und die Melodien verleiten einen zum rhythmischen Mitwippen. Ein richtig fetter Farbtupfer, für den ich solche Festivitäten einfach liebe.[olaf]

Ich durfte die Tunesier von YMYRGAR schon 2017 auf dem BMOA live erleben und schon da konnten sie mich überzeugen. Traten sie damals noch mit einem Flötisten auf ist dieser, zumindest für die Frostfeuernächte und vielleicht auch dem neuen Material geschuldet, einer Keyboarderin gewichen, was dem Ganzen noch eine epische Note verleiht. Ihr neues Album hatten sie auch gleich mit dabei, besser geht es nicht an der Stelle. Tatsächlich empfinde ich das was von den Tunesiern musikalisch und optisch auf der Bühne gezeigt wird authentischer als jenes, welches manche örtliche Kapelle so anbietet. Daher ließ es ich es mir auch nicht nehmen nach dem Auftritt noch ein paar Worte mit der Band zu wechseln und sie an meiner Bewunderung teilhaben zu lassen; Ehre wem Ehre gebührt. [ingmar]
Nun also mit Jörmungand die erste Kapelle aus unseren hiesigen Gefilden und der größtenteils tragende und schleppende Pagan Death ist zwar souverän vorgetragen, kann aber das eben Gesehene nicht toppen. Ok, es handelt sich natürlich hierbei um zwei völlig unterschiedliche Stile und dennoch fällt es mir ein wenig schwer, mich anfangs auf den ein wenig nach alten My dying Bride erinnernden Mix einzulassen. Mit fortschreitender Dauer aber entfaltet sich aber die ganze düstere, musikalische Schönheit der Kölner und auch das Publikum kommt nun doch etwas zahlreicher aus seinen verborgenen Ecken gekrochen und zollt den Rheinländern gebührenden Applaus. Auch mir gefiel die ganze Schose immer besser und trotz eines netten Plausches mit den echt lieben Tunesiern bei unserem Meet and greet, fand ich mich vor der Bühne ein und bewegte zu der zur Leier getragenen Lyrik sanft mein Haupt- Ja, auch Jörmungand waren Klasse![olaf]
Wenn französischer Black Metal eins kann, dann ist es anders zu sein als der Rest der Szene, sowohl instrumental als auch in der Performance, man denke dabei nur an BLUT AUS NORD. Und dasselbe trifft auch auf die Landsmänner von AORLHAC zu, denn was die fünf Herren da auf der Bühne präsentiert haben war der Hammer. Es erinnerte mich an FORTERESSE, nur wesentlich melodischer und abwechslungsreicher. Normalerweise geht es beim Black Metal ja immer eher etwas bewegungsreduzierter zu, hier war jedoch das genaue Gegenteil der Fall.
Einerseits geht die Musik von AORLHAC gut nach vorne und andererseits die Musiker ebenso, das Alles schuf eine Präsenz welche viele Zuschauer schon früh wenigstens mitnicken ließ. Da es auch ihr erster Auftritt überhaupt in Deutschland war finde ich diesen mehr als gelungen, auch wenn es schade war das ich den Franzosen nicht persönlich sagen konnte wie sehr mir ihr Auftritt gefallen hat. Egal wie, ich möchte AORLHAC gerne nochmal live erleben und ich kann diese Band bedenkenlos empfehlen.

Ich habe ELLENDE letztes Jahr endlich einmal auf dem BMOA sehen dürfen und war maßlos begeistert, daher freute es mich sehr, dass ich sie nach so kurzer Zeit noch einmal live erleben konnte. Gespielt wurden wie beim letzten Mal auch nahezu alle Stücke des aktuellen Albums „Lebensnehmer“, daher war ein direkter Vergleich zwischen Beidem recht einfach. Was auf dem Album schon gut funktioniert wird live noch einmal mindestens eine Stufe besser, denn ich mag diese Kombination aus Aggressivität und Melancholie einfach. Zudem wird die Musik von Mastermind L.G. live noch durch die passende Optik der Band wunderbar unterstützt, mehr geht nicht aus meiner Sicht. Ebenso glücklich war ich, dass ich mit der Band noch ein bisschen reden konnte und mir jene noch die Marbled Variante der „Lebensnehmer“-Doppel-LP signierte; ein optisch sehr ansprechendes Konzept von Doppel-LP und Gatefold. Ich hätte dies gerne schon letztes Jahr auf dem BMOA gemacht, jedoch war ich dort wohl ein bisschen zu spät, denn der Stand war schon leider abgebaut und die Musiker bereits auf dem Heimweg. Auch bei ELLENDE kann ich den nächsten Auftritt in meiner unmittelbaren Umgebung kaum abwarten.
Anschließend betraten NOCTEM aus Valencia in Spanien die Bühne und präsentierten ihre Interpretation von Black Metal gepaart mit etwas Death und Thrash. Mir persönlich sagt die Mischung nur bedingt zu, dafür war es aus meiner Sicht zu stark auf Geschwindigkeit fixiert und ließ es etwas an Melodie und Gelassenheit fehlen. Den Zuschauern schien die Musik im Großen und Ganzen zu gefallen, denn es wurde sich ordentlich dazu bewegt. Dies mag durchaus auch an der Animation vom Frontmann gelegen haben, dieser versuchte erfolgreich die ersten Reihen mit einzubeziehen und die reine Geschwindigkeit der Musik dürfte dabei auch ganz gut geholfen haben. Alles in Allem ein guter Auftritt, welcher beim Großteil der Anwesenden gut bis sehr gut anzukommen schien.
Die Überraschung des Freitagabends schlechthin waren ANOMALIE aus Österreich. Ich weiß nicht genau was es ist, jedoch ist die Musik irgendwie faszinierend, fesselnd und beruhigend zugleich. Die Bühnendekoration aus Traumfängern war recht spartanisch, passte in ihrer Reduziertheit dadurch perfekt zum Rest der Musik, denn diese lud durchaus zum Träumen ein. So genau kann ich ANOMALIE gar nicht einordnen, das treffendste wäre Post-Black Metal aus meiner Sicht. Obwohl ein recht hohes Tempo auf der Bassdrum vorgelegt wurde, wirkte es erheblich langsamer durch die langgezogenen Riffs auf den Gitarren, dadurch bekam der ganze Auftritt etwas Hypnotisches. Wie dem auch sei, das war jedenfalls ein Auftritt, der im Gedächtnis bleiben wird, die Gäste vor der Bühne haben jedenfalls fleißig mitgenickt. Nach der Raserei von NOCTEM war ANOMALIE genau die richtige Abwechslung, um etwas Ruhe und Entspannung in die bewegte Masse zu bringen.
Es war schon etwas her, dass ich HORN auf dem Barther erleben durfte, daher habe ich mich umso mehr gefreut, als sie für die Frostfeuernächte angekündigt wurden. Das Set war, meine ich, „leider“ nur das gleiche wie auf dem Barther, auf der anderen Seite warum etwas ändern das derartig gut funktioniert; obwohl ich mir tatsächlich ein paar Songs von „Retrograd“ wünschen würde. Wie dem auch sei, die Bühnenpräsenz von Nerrath ist und bleibt überwältigend und macht die Auftritte von HORN einzigartig und unvergesslich. Zu den Songs an sich bleibt auch nur wenig zu sagen, sie sind schon auf den Alben sehr gut, live wirds nochmal besser, wenn das überhaupt möglich ist.
Ich persönlich bin großer Fan von Experimenten im (Black) Metal und schon alleine daher gefällt mir das Setup von FERNDAL mit einem Cello in der Instrumentierung bereits. Ich finde es gibt zu wenige Bands, welche mit klassischer Instrumentierung arbeiten und diese dann auch noch derartig gut in Szenen setzen. Dazu kommt dann ein interessantes und sehr abwechslungsreiches Songwriting, welches trotz der späten (oder frühen) Stunde einen gehörigen Eindruck hinterließ. Mir fällt auch tatsächlich keine Band ein die einen direkten Vergleich mit FERNDAL hergibt, das einzige was in die Nähe kommt ist EÏS und das auch nur teilweise. Ich kann jedem nur empfehlen FERNDAL wenigstens ein Probehören zu geben, egal ob live oder auch Platte; wobei live natürlich wesentlich mehr Spaß macht. Ich hoffe jedenfalls sehr FERNDAL nochmal live erleben zu dürfen und dann selber in einer Verfassung zu sein, in der ich dann die ganze Pracht auch vernünftig aufnehmen kann.[ingmar]

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